Politik

Gasstreit scheint festgefahren Putin: Lage ist schwierig

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Bislang hat Putin die Ultimaten immer verstreichen lassen und stand zu seinen Lieferzusagen an den Westen.

(Foto: AP)

Bei einem Dreiertreffen soll ein "Gaskrieg" zwischen Moskau und Kiew abgewendet werden. Eine Krise würde auch die EU treffen. Präsident Putin macht Bundeskanzlerin Merkel in einem Telefonat aber wenig Hoffnung auf einen Durchbruch in dem Streit.

Russland und die Ukraine bemühen sich kurz vor Ablauf eines Ultimatums an diesem Montag weiter um eine Lösung im Gasstreit. Vertreter beider Seiten wollen am Abend in Kiew zu Verhandlungen zusammenkommen, teilte Sergej Kuprijanow vom Gazprom-Konzern in Moskau mit. Wie bei vorherigen Gesprächsrunden sollte an dem Treffen auch EU-Energiekommissar Günther Oettinger teilnehmen.

Ziel der Zusammenkunft sei es, "die Gespräche fortzusetzen", teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Es gelte, eine Lösung für "stabile Lieferungen" zu finden. Kuprijanow betonte, Russland sei zu "Kompromissen" bereit. "Wir lassen uns aber nicht drängen", sagte der Gazprom-Sprecher der Agentur Interfax zufolge. Der vom Kreml kontrollierte Energieriese erwartet von der Ukraine die Zahlung von 1,951 Milliarden US-Dollar (rund 1,44 Milliarden Euro) bis zu diesem Montag, 8.00 Uhr MESZ. Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für den Energiefluss in den Westen. Ein Lieferstopp könnte auch EU-Mitglieder treffen, weil die Ukraine sich weigert, Transitgas und Eigenversorgung zu trennen. Russland hatte zuletzt allerdings mehrfach an die Ukraine gesetzte Fristen verstreichen lassen.

Kiew hält an niedrigem Preis fest

Kremlchef Wladimir Putin sprach derweil bei einem Telefonat mit Kanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten François Hollande auch über den Gaskonflikt. Putin habe dabei unterstrichen, dass die Lage "schwierig" sei, teilte der Kreml mit. Hollande und Merkel drückten ihre Hoffnung aus, dass die Verhandlungen über die Gaslieferungen Russlands an die Ukraine erfolgreich verlaufen, wie ein Regierungssprecher in Berlin mitteilte.

Der Streit zwischen Kiew und Moskau dreht sich nicht nur um unbezahlte Rechnungen, sondern auch um den Preis für Gaslieferungen. Derzeit fordert Russland 485,50 US-Dollar je 1000 Kubikmeter. In Verhandlungen hatte Moskau einen Preis von rund 385 US-Dollar angeboten. Die Ukraine will aber nur 268 US-Dollar zahlen. Nach dem Scheitern der letzten Verhandlungsrunden hatten beide Seiten noch erklärt, ein weiteres Treffen sei vermutlich zwecklos.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa