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Neujahrsansprache des Kreml Putin will Dialog mit USA aufrechterhalten

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Putin - hier im Bolschoi-Theater - misst den Beziehungen zu den USA große Bedeutung bei.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Zuletzt ließ US-Präsident Trump ein Treffen mit Putin platzen. Doch Russlands Staatschef will weiter mit Washington im Gespräch bleiben - und zwar bei einer Höchstzahl an Themen. Botschaften hat der Kreml auch an London und Ankara.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat seine Dialogbereitschaft gegenüber der US-Regierung bekräftigt. In einem Neujahrsgruß erklärte Putin, Russland sei "offen für einen Dialog mit den USA über eine Höchstzahl von Themen". Die Beziehungen zwischen Russland und den USA blieben "ein wichtiger Faktor, um die strategische Stabilität und die internationale Sicherheit zu garantieren".

Trotz wiederholter Absichtserklärungen und einem Treffen zwischen Putin und US-Präsident Donald Trump im Juli in Helsinki hat das Jahr 2018 nicht die erhoffte Annäherung zwischen beiden Ländern gebracht. Ende November sagte Trump ein geplantes Treffen mit Putin am Rande des G20-Gipfels in Argentinien im letzten Moment ab. Er begründete dies mit der jüngsten Eskalation im Krim-Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Trumps Absage erfolgte allerdings zeitgleich mit neuen Entwicklungen in der Russland-Affäre rund um die US-Präsidentschaftswahl.

Zudem hatte Trump im Oktober angekündigt, aus dem 1987 geschlossenen INF-Vertrag zur Abschaffung aller landgestützten, nuklear bestückbaren Mittelstreckenraketen auszusteigen. Er warf Russland vor, das Nuklearabkommen verletzt zu haben.

Wohlergehen für die Briten

Putin schickte unter anderem auch Neujahrsgrüße an die britische Premierministerin Theresa May und den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, wie der Kreml weiter mitteilte. Dem britischen Volk wünschte Putin für das Jahr 2019 "Wohlergehen und Wohlstand".

Die Beziehungen zwischen Moskau und London wurden 2018 durch den Giftanschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia in Großbritannien extrem belastet. London macht die russische Regierung für den Anschlag verantwortlich, der Kreml wies von Anfang an jegliche Verantwortung zurück.

In seinem Neujahrsgruß an Erdogan betonte Putin die "vielversprechende Richtung", die die Beziehungen zwischen Moskau und Ankara genommen hätten. Angesichts des geplanten Abzugs der US-Truppen aus Syrien hatten sich Russland und die Türkei auf eine enge Abstimmung ihrer künftigen Einsätze in dem Bürgerkriegsland verständigt.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP

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