Politik

RTL/ntv TrendbarometerUnion startet als stärkste Kraft in den März, AfD fällt nicht weiter

03.03.2026, 13:00 Uhr
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Nicht stark, aber am stärksten: die Vorsitzenden von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, beim CDU-Parteitag in Stuttgart. (Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)

CDU und CSU liegen im neuen RTL/ntv Trendbarometer weiter vorn, knapp gefolgt von der AfD. Deren Affären können ihrem Zuspruch nichts anhaben. Bundeskanzler Merz bleibt wenig beliebt.

CDU und CSU liegen die sechste Woche in Folge an der Spitze des RTL/ntv Trendbarometers. Wie in der Vorwoche rangiert die Union zwei Prozentpunkte vor der AfD. Die wiederum liegt zwar konstant zwei Prozentpunkte unter ihrem bisherigen Höchstwert von 26 Prozent Zustimmung. Dass ihr aber die zahlreichen Affären um die Beschäftigung von Verwandten und Lebenspartnern sowie die internen Konflikte nicht stärker auf die Füße fallen, wird man in der AfD erleichtert zur Kenntnis nehmen.

Auch bei den übrigen Parteien tut sich vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und den Kommunalwahlen in Bayern am kommenden Sonntag nichts. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit 26 Prozent weiter über dem Anteil der Nichtwähler bei der vergangenen Bundestagswahl (17,9 Prozent). Würde der Bundestag in dieser Woche gewählt, könnten die Parteien dem RTL/ntv Trendbarometer zufolge mit folgendem Ergebnis rechnen:

  • CDU/CSU 26 Prozent (Bundestagswahl 2025: 28,5 Prozent)

  • AfD 24 Prozent (20,8 Prozent)

  • SPD 14 Prozent (16,4 Prozent)

  • Grüne 12 (11,6 Prozent)

  • Linke 11 Prozent (8,8 Prozent).

  • BSW 3 Prozent (4,981)

  • FDP 3 Prozent (4,3 Prozent)

Bei der Frage nach der politischen Kompetenz kann die Union ihren Vorsprung auf die AfD etwas ausbauen. Bei der Frage, welche Partei "mit den Problemen in Deutschland am besten fertig" werde, nannten 18 Prozent der Befragten CDU und CSU, ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche. Die AfD fällt von 12 auf 11 Prozentpunkte.

Die SPD nannten unverändert 6 Prozent, die Grünen ebenfalls sechs Prozent - ein Punkt mehr als in der Vorwoche. Die Linke bleibt bei 5 Prozent. Unverändert 53 Prozent der Befragten sprechen keiner Partei diese Problemlösungskompetenz zu.

Etwas optimistischer blickten die Befragten auf die wirtschaftliche Entwicklung, allerdings wurden die meisten von ihnen vor der Eskalation des Krieges zwischen USA, Israel und Iran befragt: 23 Prozent erwarten, dass sich "die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland sich in den kommenden Jahren verbessern werden", ein Punkt mehr als in der Vorwoche. 54 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung, zwei Punkte weniger als noch vor einer Woche. Mit gleichbleibenden Verhältnissen rechnen 23 Prozent, ein Plus von einem Punkt.

Die Zufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz bessert sich minimal. 24 Prozent der Befragten geben an, mit Merz zufrieden zu sein (Vorwoche: 23 Prozent), 73 Prozent sind dagegen unzufrieden (Vorwoche 74 Prozent). Diese Werte sind mit ganz leichten Schwankungen inzwischen seit November stabil auf diesem niedrigen Niveau.

Dass mit einem Anteil von 61 Prozent zumindest eine Mehrheit der Unionsanhänger mit der Arbeit des CDU-Vorsitzenden im Kanzleramt zufrieden ist, gehört ebenfalls zu den Konstanten im Trendbarometer. Von den SPD-Anhängern sind 70 Prozent unzufrieden mit Merz, bei den Grünen sind es 83 Prozent. Linke- und AfD-Anhänger sind zu 97 beziehungsweise 98 Prozent unzufrieden mit dem Kanzler.

Eine Erklärung hierfür ist auch, dass die vor der Bundestagswahl in Aussicht gestellten Verbesserungen durch eine Unionsmehrheit bei vielen Menschen so offenbar nicht angekommen sind. Merz' Aussage, Deutschland habe seit Antritt der neuen Bundesregierung "deutliche Fortschritte gemacht", stimmen nur 14 Prozent zu. 83 Prozent widersprechen. Im Osten sind die Werte mit 11 Prozent Zustimmung und 87 Prozent Ablehnung sogar noch schlechter. Sogar die Anhänger von CDU und CSU widersprechen mit 57 Prozent mehrheitlich, während nur 39 Prozent zustimmen. Unter den Anhängern aller übrigen im Bundestag vertretenen Parteien widersprechen 86 bis 98 Prozent der Befragten, der Einschätzung des Bundeskanzlers.

Auch die Erwartungen an Merz' künftige Regierungsführung sind erkennbar gering. Nur 30 Prozent der Befragten "trauen Friedrich Merz zu, die angekündigten Sozial- und Wirtschaftsreformen in diesem Jahr auf den Weg zu bringen". Zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) trauen dem Kanzler diese Umsetzung nicht zu. Noch in dieser Woche will die Koalition das neue Bürgergeld verabschieden. Bis zur parlamentarischen Sommerpause will die Koalition das neue Heizungsgesetz verabschieden und dann in der zweiten Jahreshälfte die im Sommer erwarteten Empfehlungen der Rentenkommission angehen.

Die ökonomische Lage hielten 31 Prozent der Befragten für das wichtigste Thema, gefolgt von der politischen Situation in den USA und dem Krieg in der Ukraine mit jeweils 28 Prozent, die diese Themen genannt haben. Auch die Lage der Bundesregierung treibt mit einem Anteil von 22 Prozent der Befragten viele Menschen um. In der kommenden Woche dürfte auch der Krieg gegen den Iran einen Spitzenplatz im sogenannten Themenradar einnehmen.

Die Daten zum RTL/ntv Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 24. Februar und 2. März erhoben. Datenbasis: 2503 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte. Die Fragen zu den Erfolgen von und Erwartungen an Friedrich Merz wurden zwischen 27. Februar und 2. März gestellt. Datenbasis: 1004 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: 3 Prozentpunkte.

Weitere Informationen zu Forsa hier.

Quelle: ntv.de, shu/cwo

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