Politik

Angriff auf Israel Rakete trifft Aschkelon

Zum ersten Mal seit einem Jahr schlägt eine palästinensische Rakete in der Großstadt Aschkelon ein. Menschen kommen nicht zu Schaden. UN-Koordinator Serry verurteilt den Angriff als terroristischen Akt.

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Polizisten bergen die Reste der Rakete.

(Foto: AP)

Palästinensische Extremisten haben aus dem Gazastreifen eine Rakete auf die israelische Stadt Aschkelon abgefeuert. Das Geschoss schlug in einem Wohnblock der Küstenstadt ein, sprengte Scheiben aus den Fenstern und beschädigte Autos in einem Wohngebiet. Menschen wurden nach Angaben von Bürgermeister Benny Waknin nur durch Zufall nicht verletzt.

Der Angriff beendete eine rund einjährige Phase ohne Raketenattacken auf die Stadt, die rund zwölf Kilometer vom Gazastreifen entfernt liegt. Aschkelon ist die dem Gazastreifen am nächsten gelegene größere israelische Stadt. Attacken gegen die 125.000-Einwohner-Stadt werden in Israel als gravierende Eskalation bewertet und in der Regel mit militärischen Gegenschlägen beantwortet.

Auch nach dem Ende der israelischen Militäroffensive gegen die im Gazastreifen herrschende radikal-islamistische Hamas Anfang vergangenen Jahres gab und gibt es immer wieder Raketenbeschuss aus dem Palästinensergebiet. Diese werden meist aber mit weitaus weniger technisch entwickelten Geschossen ausgeführt und zielen auf kleinere Dörfer entlang des Gazastreifens oder auf die Kleinstadt Sderot und versetzen die dortigen Bewohner in Angst und Schrecken.

"Sehr ernster Angriff"

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bewertete den Raketenangriff als sehr ernst. Das Außenministerium erklärte, Israel habe das Recht auf den Angriff zu reagieren und zwar "zu einem Zeitpunkt und mit Mitteln, die es für angemessen hält."

UN-Koordinator Robert Serry verurteilte den Angriff als terroristischen Akt. Die Hamas müsse sicherstellen, dass die Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern nicht durch Gewalttaten untergraben würden. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst keine Gruppe.

Die Attacke kommt zeitgleich mit einer wachsenden Erwartungshaltung neuer direkter Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern. In den letzten Tagen hatte der Druck auf Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas zugenommen, seine Weigerung aufzugeben, sich direkt mit der israelischen Regierung an den Verhandlungstisch zu setzen. Er fordert vorherige Garantien Israels etwa zum weiteren Stopp jeder Bautätigkeit im Westjordanland. Netanjahu hat ein Ende der US-vermittelten indirekten Gespräche zugunsten direkter Verhandlungen seit längerem angeboten.

Quelle: n-tv.de, AFP