Politik

Spruch vom "alten Europa" ungeschickt Rumsfeld verteidigt Irak-Krieg

Der ehemalige US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld veröffentlicht seine Memoiren. Wenig erstaunlich ist, dass er den Irak-Krieg verteidigt und George W. Bush ein gutes Zeugnis ausstellt. Seine Bemerkung vom "alten Europa" würde er allerdings so nicht noch einmal machen.

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Rumsfeld ist unter die Memoiren-Schreiber gegangen. Sein Präsident hat bereits vorgelegt.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der ehemalige US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld räumt ein, dass einige seiner früheren Die drei dümmsten Sprüche nicht gerade geschickt waren - so seine Bezeichnung "altes Europa" für die Irakkrieg-Kritiker Deutschland und Frankreich. Aber was den Krieg selbst betrifft, wie er ihn managte - da zeigt der einstige Hardliner im Pentagon wenig Bedauern, berichten US-Medien über Rumsfelds Memoiren "Known and Unknown", übersetzt "Bekannt und nicht bekannt".

Das Buch kommt am 8. Februar auf den Markt, aber die "Washington Post" und die "New York Times" gaben bereits einen Einblick in das Werk. Demnach äußert sich "Rummy" insgesamt sehr freundlich über George W. Bush, der als Präsident "weitaus beeindruckender" gewesen sei als es sein öffentliches Image gespiegelt habe. Bush hatte erst kürzlich seine Amnesty fordert Ermittlungen vorgelegt und darin die Foltermethode Waterboarding verteidigt.

"Wenig funktionsfähiges Team"

Allerdings spricht Rumsfeld zugleich von Spannungen zwischen dem Pentagon und dem Außenministerium, insgesamt von einem wenig funktionsfähigen Team von Sicherheitsberatern mit "ungereimten" Entscheidungsprozessen als Folge. Dabei macht Rumsfeld insbesondere den damaligen Außenminister Colin Powell und die seinerzeitige Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice für die Probleme verantwortlich. Bush habe nicht genügend getan, um die Differenzen zu beseitigen und Ordnung zu schaffen.

Der Irakkrieg war in den Augen von Rumsfeld "die Kosten wert", wird weiter aus den Memoiren zitiert. Als seinen eigenen größten Fehler bezeichnet es der heute 78-Jährige, dass er nicht im Mai 2004 als Pentagonchef zurücktrat - gleich nachdem der Skandal über Gefangenen-Misshandlungen durch US-Soldaten im Gefängnis Abu Ghoreib bei Bagdad bekannt wurde.

Rücktritt mehrfach angeboten

Rumsfeld beharrt darauf, dass es sich um Fehltritte einzelner US-Soldaten gehandelt habe, trotzdem habe er seinerzeit Bush wiederholt seinen Rücktritt angeboten. Abu Ghoreib und die andauernde Kritik von Kriegsgegnern an "Folter" seien zu einer "schädlichen Ablenkung" geworden, schreibt Rumsfeld. "Ich bedauere, dass ich damals nicht gegangen bin." Bush trennte sich dann Ende 2006 von ihm, nach einer verheerenden republikanischen Niederlage bei der Kongresswahl.

Zum Irakkrieg räumt Rumsfeld ein, dass es rückblickend in der Anfangsphase vielleicht Zeiten gegeben habe, in denen die Entsendung von mehr Truppen "hätte helfen können". Aber seine Kommandeure hätten nie um eine Aufstockung ersucht. Rumsfeld beschreibt weiter, dass sich Bush schon zwei Wochen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auf Pläne für einen Irakkrieg konzentriert habe. Gern zurücknehmen würde der Ex-Pentagonchef seine Äußerung in den ersten Tagen der Invasion über die angeblichen irakischen Massenvernichtungswaffen: "Wir wissen, wo sie sind."

Quelle: n-tv.de, dpa

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