Politik

US-Raketenabwehrsystem Russland fühlt sich bedroht

Das russische Militär hat amerikanische Pläne zur Stationierung von Teilen des umstrittenen Raketenabwehrsystems in Europa als Bedrohung eingestuft. Die vorgesehene Aufstellung von Radartechnik in Tschechien und Polen richte sich nicht wie von den USA angekündigt gegen Raketen aus dem Iran, sondern aus Russland, meinte der Befehlshaber der russischen Weltraumraketentruppen, Wladimir Popowkin, am Montag in Moskau. Auch das weißrussische Verteidigungsministerium äußerte sich beunruhigt über die US-Pläne.

Die für Tschechien geplante Anlage sei mit einer Radarreichweite von bis zu 4500 Kilometern geeignet, "die strategischen Atomwaffen im europäischen Teil Russlands sowie der russischen Nordflotte zu beobachten", sagte Popowkin. Wollten die USA tatsächlich den Iran überwachen, müsste die Radaranlage in der Türkei oder einem Land weiter südlich aufgebaut werden.

Die USA hatten Tschechien in den vergangenen Tagen erstmals offiziell um die Stationierung von Teilen dieses Raketenabwehrsystems gebeten. Washington will nach Regierungsangaben aus Prag bis zum Jahr 2010 an einem noch nicht genannten Ort in Tschechien eine Radaranlage installieren. Ein zur Radaranlage gehörendes Raketensilo soll vermutlich in Polen gebaut werden. Ziel des Systems ist nach US-Angaben vor allem die Abwehr möglicher iranischer Interkontinental-Raketen.

Quelle: ntv.de