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Martin Schulz soll die SPD wieder zu alter Stärke führen.
Martin Schulz soll die SPD wieder zu alter Stärke führen.(Foto: imago/ZUMA Press)
Mittwoch, 01. Februar 2017

Stern-RTL-Wahltrend: SPD macht einen mächtigen Satz

Sigmar Gabriel verzichtet zugunsten von Martin Schulz auf Kanzlerkandidatur und SPD-Vorsitz - und prompt schnellen die Umfragewerte nach oben. Der Stern-RTL-Wahltrend zeigt: Angela Merkel hat wieder einen ernstzunehmenden Gegner.

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Martin Schulz ist dem aktuellen Stern-RTL-Wahltrend zufolge ein unangenehmerer Gegner für Kanzlerin Angela Merkel als Noch-SPD-Chef Sigmar Gabriel. Im Falle einer Direktwahl des Bundeskanzlers würden sich 33 Prozent der von Forsa Befragten für den Kandidaten der Sozialdemokraten entscheiden. Merkel kommt auf 42 Prozent.

Zum Vergleich: In der Vorwoche, als der mutmaßliche Kontrahent Merkels noch Gabriel war, kam die Amtsinhaberin noch auf 51 Prozent. Gabriel dagegen erhielt mit 17 Prozent einen im Vergleich zu den Wochen zuvor noch hohen Wert, lag damit aber weiter vollkommen abgeschlagen hinter Merkel.

Einen positiven Effekt für die SPD hatte die Kandidatur von Schulz auch in der Sonntagsfrage. Die Partei legte um fünf Prozentpunkte zu und rangiert bei 26 Prozent. Seit der Bundestagswahl im September 2013 hatte die SPD nicht mehr einen so hohen Wert. Bei der Wahl selbst erreichte die Partei 25,7 Prozent.

SPD mobilisiert enttäuschte Ex-Wähler

Verluste muss dagegen der derzeitige Koalitionspartner, die Union, hinnehmen. CDU und CSU stehen mit 35 Prozent zwei Punkte schlechter da als in der Vorwoche. Runter geht es auch für die Grünen (minus zwei Punkte auf 8 Prozent) und die AfD (minus einen Punkt auf 11 Prozent). Unverändert sind die Werte von FDP (6 Prozent) und Linkspartei (9 Prozent).

Forsa zufolge ist der große Anstieg bei der SPD vor allem wieder für die SPD mobilisierten Nichtwählern zu verdanken. Der Anteil derjenigen, die sich noch nicht entschieden haben oder der Wahl fernbleiben wollen, liegt mit 24 Prozent deutlich unter dem Nichtwähleranteil bei der vergangenen Bundestagswahl (28,5 Prozent). Durch diesen Mobilisierungseffekt seien die Anteile von Union und AfD gesunken. Die Verluste bei den Grünen seien im Wesentlichen durch Überläufer zur SPD zu erklären.

Für den Stern-RTL-Wahltrend wurden vom 23. bis zum 27. Januar 2502 Personen befragt. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei 2,5 Punkten.

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Quelle: n-tv.de