Politik

"Steinbrück ist eine Mimose" Schäuble attackiert SPD-Kanzlerkandidaten

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Wolfgang Schäuble, plötzlich bissig.

(Foto: dpa)

Bislang ging es im Wahlkampf ziemlich gesittet zur Sache. Jetzt legt Finanzminister Schäuble bei n-tv Holz ins Feuer und nennt SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück eine "Mimose". Damit wehrt er sich gegen gegen die Aussage, mit der Regierung werde "Sand in der Wüste knapp". Außerdem spottet er über die AfD.

Finanzminister Schäuble ist ein guter Redner, aber kein Polterer. Und so ist es etwas verwunderlich, was der CDU-Politiker über den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück in der n-tv Sendung "Bei Brender!" sagt: "Er trippelt so als Mimose durch die Landschaft, da tut mir die SPD schon leid." Der Wahlkampf ist endgültig in seiner heißen Phase angekommen. Nach der Bayernwahl am Sonntag wird er wohl noch einmal angefeuert.

Anstoß der Äußerung ist die immer wieder vorgetragene Beschwerde Steinbrücks, Kanzlerin Angela Merkel habe in der Eurokrise unzuverlässig reagiert, zudem schmeiße die Regierung das Geld zum Fenster heraus und habe 100 Milliarden Euro Schulden gemacht.  "Wenn Sie in der Wüste regieren, wird der Sand knapp", hatte Steinbrück Ende Juni im Bundestag gesagt.

AfD ist "demagogisch"

Dass die Eurokrise trotzdem kein Wahlkampfthema ist, sieht Schäuble mit Genugtuung. "Entgegen allen Schwarzmalereien ist der Euro nicht auseinandergekracht", so der Finanzminister. Wohl auch deshalb hat er für die Alternative für Deutschland, die einen Austritt Deutschlands aus der Gemeinschaftswährung will, nur Spott übrig - er nennt sie bloß "die sogenannte AfD" und schließt eine Koalition mit ihr erneut aus. Die Positionen der Partei nennt er "demagogisch".

Allen Unkenrufen zum Trotz sagte Schäuble bei n-tv erneut, dass es für Griechenland keinen Schuldenschnitt geben werde. Die Opposition vermutet hinter diesen Aussagen jedoch Taktiererei, um eine Wiederwahl der schwarz-gelben Regierungskoalition nicht zu gefährden.

Auch die Vorwürfe der Oppositionsparteien, die Wahlversprechen der Union seien nicht durchfinanziert, wies Schäuble zurück: "Ich habe sehr darauf geachtet, dass das Programm nicht im Widerspruch zu unserer Finanzplanung steht." Die Union habe vielmehr Schwerpunkte gesetzt, ohne die Ausgaben insgesamt zu erhöhen. "Diese Schwerpunkte werden wir insbesondere in die Verkehrsinfrastruktur und die Familienpolitik investieren", sagte er.

Quelle: n-tv.de, rpe

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