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Afghanistans Exportschlager Opium Schlafmohn-Produktion floriert

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die Opiumproduktion in Afghanistan lässt sich vorerst offenbar nicht eindämmen. Ganze zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts machte der Handel mit der Droge im vergangenen Jahr aus. Nach Abzug der NATO-Soldaten 2014 könnte der Anteil noch zunehmen.

Der Export von Opium hat nach einem neuen UN-Bericht im vergangenen Jahr zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes Afghanistans ausgemacht. Damit bleibt die Produktion der Droge weiter eine wichtige Einnahmequelle des Landes. Der Wert habe bei rund 1,9 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) gelegen, berichtete das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung. 90 Prozent des weltweit erhältlichen Opiums kommen nach Schätzungen aus Afghanistan.

Der Anteil der Drogenexporte sank im Vergleich zu 2011 um fünf Prozentpunkte. Das ist wohl allerdings weniger funktionierenden Anti-Opium-Programmen zu verdanken. Vielmehr seien eine Pflanzenkrankheit und schlechte Wetterbedingungen, die zu Ernteausfällen führten, maßgeblich für den Exportrückgang. Erst im April hatte die UN vor einer erneuten Zunahme der Opiumproduktion in Afghanistan gewarnt. Die Anbaufläche für Schlafmohn erhöhte sich nach UN-Angaben im vergangenen Jahr um 18 Prozent auf 154.000 Hektar.

Zahlreiche internationale Bemühungen und Hilfsprogramme zur Eindämmung der Opiumproduktion zeigten bisher kaum einen Effekt. Wenn im kommenden Jahr die NATO-Truppen abziehen, befürchten Experten eine Verschlimmerung der Lage. "Das afghanische Opium-Problem wird nicht kurzfristig gelöst werden, aber wir müssen den Prozess beschleunigen, besonders weil 2014 näher rückt", warnte UNODC-Chef Yury Fedotov.

Quelle: n-tv.de, dpa