Politik
Sonntag, 28. Juli 2002

Appell an Arbeitgeber: Schröder: "Schafft Lehrstellen"

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat die Wirtschaft dazu aufgefordert, mehr Ausbildungsplätze zu schaffen. Auf einer SPD-Wahlkampfveranstaltung in Celle sagte Schröder: "Sorgt dafür, dass in den Betrieben nicht weniger, sondern mehr Ausbildungsplätze entstehen." Das sei gut für die jungen Leute und für die wirtschaftliche Entwicklung.

"Ihr sägt euch den Ast ab, auf dem ihr morgen sitzen wollt, wenn ihr wie jetzt in diesem Jahr geschehen, die Zahl der Ausbildungsplätze zurücknehmt", kritisierte Schröder. Man könne der Bundesregierung nicht alles vor die Füße legen, was in diesem Jahr nicht rund Laufe. Für die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze trügen auch die Unternehmen Verantwortung.

In schwierigen Gebieten wie im Osten werde die Regierung bei der Mobilisierung von Ausbildungsmöglichkeiten immer wieder noch mit staatlicher Hilfe arbeiten müssen. Das dürfe aber niemand "als Ausrede benutzen, um weniger Ausbildungsplätze in den Betrieben zur Verfügung zur Verfügung zu stellen", sagte der Kanzler.

Gewerkschaftskritik an Schröder

Die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Ursula Engelen-Kefer hat der Bundesregierung vorgeworfen, viel zu spät auf die hohe Arbeitslosigkeit reagiert zu haben. In einem Interview mit der "Saarbrücker Zeitung" sagte sie, mit "Hauruckmaßnahmen am Arbeitsmarkt" könne man nichts erreichen. Schröder hätte schon Anfang 2001 zu Zeiten des Wachstums und besserer Finanzen die Reformen anstoßen müssen, sagte Engelen-Kefer.

Die Gewerkschafterin wandte sich gegen eine öffentliche Subventionierung des Niedriglohnsektors. Dieser habe nachweislich nicht zu mehr Beschäftigung geführt. "Wir sehen es vor allem an Ostdeutschland", erklärte sie.

Quelle: n-tv.de

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