Politik

"Ja, er ist mein Freund" Schröder bricht eine Lanze für Putin

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Gerhard Schröder, Freund von Putin.

(Foto: dpa)

Wenn Gerhard Schröder über den russischen Präsidenten Wladimir Putin spricht, dann wird er emotional - denn er spricht über einen guten Freund. Entsprechend nimmt er ihn vor dem Westen in Schutz. Er erkennt aber auch Leistungen der Bundesregierung an.

Altkanzler Gerhard Schröder hat den Umgang des Westens mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin kritisiert. "Es gibt bestimmte Ängste in Russland, auf die ein russischer Präsident reagieren muss. Deswegen ist die Art und Weise, wie der Westen mit Russland umgeht, nicht immer richtig", sagte Schröder der "Bild"-Zeitung. Auf die Frage, ob er Putin auch heute noch als seinen Freund bezeichnen würde, antwortete er mit: "Ja, sicher."

Schröder kritisierte Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür, nicht an der Siegesparade am 70. Jahrestag des Kriegsendes in Moskau anwesend gewesen zu sein. Er habe den Entschluss der Kanzlerin zur Kenntnis genommen. "Ich hätte das anders entschieden", sagte Schröder. "Auch wenn man nicht mit allem einverstanden ist, was die russische Regierung tut, muss man anerkennen, dass es die historische Verantwortung gibt. Das sollte man voneinander trennen." Lobende Worte fand Schröder dafür, dass Merkel einen Tag später gemeinsam mit Putin einen Kranz niedergelegt hat. "Das war ein gutes Signal für die deutsch-russischen Beziehungen", so der 71-Jährige.

Mit Blick auf die Ukraine-Krise kritisierte Schröder, dass immer nur über Verschärfungen und Verlängerungen von Sanktionen gegen Russland geredet werde. "Warum fragen westliche Politiker nicht mal: Können wir Sanktionen nicht lockern oder aufheben – wenn es in der Ukraine Fortschritte gibt?" Lob von dem ehemaligen SPD-Politiker gab es in dieser Hinsicht für den US-Außenminister John Kerry, der genau dies vor wenigen Tagen in Sotschi getan habe. Schröder hoffe, dass diese Position die Richtlinie der US-Politik bleibe.

Dennoch erkennt der Altkanzler auch Leistungen seitens der deutschen Regierung im Umgang mit Russland an. Man habe dafür gesorgt, dass "die Gesprächskanäle nicht abreißen". Dies sei ein Verdienst vor allem der Kanzlerin und von Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Für die Ukraine sieht Schröder nach wie vor eine Chance auf eine friedliche Lösung. "Ich glaube, dass das Abkommen von Minsk die große Chance ist, den Konflikt friedlich zu regeln", sagte Schröder.

Quelle: n-tv.de, fma