Politik

Forsa-Sonntagsfrage Schwarz-Gelb überholt Rot-Grün

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Haben Grund zu vorsichtigem Optimismus: Philipp Rösler und Angela Merkel.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Bundesverfassungsgericht droht ihr Rettungspaket zu kippen, die südeuropäischen Länder haben ihr die Vergemeinschaftung von Bankenschulden abgerungen - es sind keine leichten Zeiten für Kanzlerin Merkel. Einen Lichtblick gibt es trotzdem für die Regierungschefin.

Es ist ein kleines Pflänzchen Hoffnung für Schwarz-Gelb: Das Sorgenkind FDP hat wieder ein bisschen zugelegt und sich in der Wählergunst von 3 auf 4 Prozent verbessert. Damit liegt die Koalition mit 40 Prozent erstmals seit April vor dem rot-grünen Lager, das auf 39 Prozent käme. Das zeigt die aktuelle Forsa-Sonntagsfrage im Auftrag von RTL und "Stern".

Ihre Umfrageergebnisse verbessern sich zwar, entspannen können sich  Union und FDP aber noch nicht.  Trotz Mini-Aufschwungs wäre das Bündnis am Ende, wenn jetzt gewählt würde. Denn auch mit 4 Prozent würde die FDP den Einzug in den Bundestag verpassen.

SPD und Grüne stagnieren

Beruhigt kann Kanzlerin Angela Merkel hingegen über die Schwäche der Opposition sein. Eine absolute Mehrheit könnten SPD und Grüne nur erreichen, wenn sie die ungebliebte Linkspartei ins Boot holen oder eine Abenteuer-Koalition mit den Piraten eingehen würden. Die SPD verliert 1 Prozentpunkt und liegt nun bei 26 Prozent - für die Genossen der niedrigste Wert seit April 2012. Den Punkt holen sich die Grünen, die von 12 auf 13 Prozent zulegen können. Die Piraten liegen wie in der Vorwoche bei 9 Prozent. Die Linken liegen seit Wochen stabil bei 7 Prozent.  

Auf ihre Wähler kann Merkel sich verlassen. Ein ernst zu nehmender Herausforderer ist nicht in Sicht. Gefragt, wen sie lieber als Kanzler hätten, entscheiden sich die Wähler klar für die Amtsinhaberin - genau wie in den vergangenen Monaten. Die drei möglichen SPD-Kandidaten Frank-Walter Steinmeier, Peer Steinbrück und Sigmar Gabriel wären chancenlos. Im direkten Duell mit SPD-Fraktions-Chef Steinmeier würden sich 48 Prozent für die Amtsinhaberin entscheiden, für den SPD-Mann dagegen nur 27. Träte Steinbrück gegen sie an, sähe es genauso aus. Das Schlusslicht im Rennen mit Merkel ist der SPD-Vorsitzende Gabriel. Gerade einmal 17 Prozent wollen ihn als Kanzler. Im direkten Vergleich bekäme Merkel eine satte Mehrheit: 59 Prozent gäben ihr die Stimme.

Mehrheit der Deutschen verliert Vertrauen in Parteien

Dass die Politiker noch Herr der Lage sind, glaubt nur noch eine Minderheit in Deutschland. Insgesamt dümpelt das Vertrauen in die Parteien auf einem niedrigen Niveau. Gerade einmal 25 Prozent trauen der CDU/CSU zu, mit den Problemen in Deutschland am besten fertig zu werden. Die SPD kommt nur auf alarmierende 12 Prozent. Eine satte Mehrheit von 55 Prozent traut hingegen keiner Partei mehr zu, die Probleme des Landes in den Griff zu bekommen. Ähnlich pessimistisch blicken die Bürger auf die wirtschaftliche Entwicklung. Ein Trend, der sich seit Monaten fortsetzt.

Quelle: ntv.de, vpe