Politik

Gaddafis Rache in Tripolis Schweizer verlassen Botschaft

Im Sommer 2008 war ein Sohn von Revolutionsführer Gaddafi in der Schweiz festgenommen worden. Kurz danach wurde zwei Schweizer Geschäftsleuten die Ausreise aus Libyen verweigert. Seither saßen die beiden in der Schweizer Botschaft in Tripolis fest. Die libysche Polizei hat nun ihre Auslieferung erzwungen.

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Revolutionsführer Gaddafi. Nach offizieller Darstellung ging es Libyen in der Affäre einzig und allein um die korrekte Befolgung der Einreisebestimmungen - nicht etwa um schnöde Rache.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die libysche Polizei hat die Schweizer Botschaft in Tripolis umstellt und die Auslieferung von zwei Schweizer Geschäftsleuten erzwungen. Kurz vor Auslauf einer Frist verließ zunächst Rachid Hamdani das Gebäude. Kurz darauf wurde auch Max Göldi von Sicherheitskräften abgeführt.

Göldi und Hamdani hatten in der Schweizer Botschaft Zuflucht vor den libyschen Behörden gesucht, nachdem Hannibal al-Gaddafi, ein Sohn von Revolutionsführer Muammar Gaddafi, in Genf vorübergehend festgenommen worden war.

Die libysche Polizei habe mit der Erstürmung der Botschaft gedroht, um der Schweizer habhaft zu werden, sagte der österreichische Außenminister Michael Spindelegger. Viele EU-Botschafter seien daraufhin aus Solidarität mit der Schweiz in die Botschaft gekommen, um das zu verhindern. Es sei gelungen, die Situation zu beruhigen und eine Eskalation zu vermeiden. "Es gab in der letzten Nacht von vielen, auch von uns, intensive Telefon-Kontakte", sagte Spindelegger. Deutschland habe in dem Konflikt bisher eine wichtige Vermittlerrolle gespielt.

Hamdani darf ausreisen

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Hamdani und Göldi in der Schweizer Botschaft in Tripolis (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Vertreter der libyschen Behörden erklärten, während Hamdani nach Tunesien ausreisen dürfe, müsse Göldi eine viermonatige Gefängnisstrafe antreten, die er wegen Vergehen gegen Einreisebestimmungen erhalten habe. Libyen wirft der Schweiz vor, gegen internationale diplomatische Konventionen zu verstoßen, indem sie den beiden Schweizern Zuflucht in der Botschaft gewährt hatte.

Die Regierung in Bern vermutet dagegen, dass das Verfahren eine Art Retourkutsche für die vorübergehende Festnahme des Gaddafi-Sohnes in einem Genfer Luxushotel im Sommer 2008 ist. Kurz danach wurde den beiden Männern die Ausreise aus Libyen verweigert. Libyen erklärte allerdings, es gebe keinen Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen.

Der Streit zwischen Libyen und der Schweiz war in der vergangenen Woche eskaliert, nachdem die Schweiz Gaddafi mit über 180 weiteren Libyern auf die Schwarze Liste der Schengen-Staaten gesetzt hatte. Die Regierung in Tripolis verweigerte daraufhin allen Bürgern des Staatenverbundes die Einreise in das nordafrikanische Land.

Quelle: n-tv.de, rts

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