Politik

Blinken und Austin besuchen Kiew Selenskyj will mit US-Ministern über Deutschland reden

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Der Krieg sei in der Ukraine und "ihr habt das, was ihr gerade nicht braucht, und wir brauchen sehr viel", sagte Selenskyj an Deutschland gerichtet.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Am Sonntag bekommt der ukrainische Präsident Selenskyj hohen Besuch aus den USA. Von dem Gespräch erhofft sich der Staatschef weder Geschenke noch Törtchen, sondern weitere Zusagen für Waffenlieferungen. Auch die zögerliche Politik der Bundesregierung soll Thema sein.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erhofft sich von den USA Unterstützung für Waffenlieferungen aus Deutschland. Dies kündigte er vor dem Besuch von US-Außenminister Antony Blinken und US-Verteidigungsminister Lloyd Austin in Kiew an. "Damit Deutschland beginnt, das zu liefern, was sie haben, und das, was sie gerade nicht nutzen", sagte Selenskyj bei einer Pressekonferenz in einer U-Bahn-Station in Kiew.

Er erinnere bei jedem Gespräch mit deutschen Vertretern daran, sagte der ukrainische Präsident weiter. Der Krieg sei in der Ukraine, nicht in Deutschland. "Ihr habt das, was ihr gerade nicht braucht, und wir brauchen sehr viel", betonte der Staatschef.

Kiew fordert wegen des russischen Angriffskrieges von Deutschland die Lieferung schwerer Waffen. Genau zwei Monate nach Beginn der Invasion werden US-Außenminister Blinken und US-Verteidigungsminister Austin im Laufe des Tages zu einem Besuch in Kiew erwartet. Es ist der erste offizielle Besuch von US-Regierungsmitgliedern in der Ukraine seit Beginn des russischen Einmarschs am 24. Februar.

Besucher seien aktuell sehr willkommen, aber nicht, um irgendwelche "Selfies" zu machen, betonte Selenskyj. "Man kann heute nicht zu uns mit leeren Händen kommen. Wir erwarten nicht nur einfach Geschenke oder irgendwelche Törtchen. Wir erwarten konkrete Dinge und konkrete Waffen."

USA liefern erneut Waffen für 800 Millionen Dollar

Die Gespräche mit Blinken und Austin würden sich um die US-Waffenlieferungen für die ukrainischen Streitkräfte drehen, kündigte Selenskyj an. US-Präsident Joe Biden hatte am Donnerstag weitere Waffenlieferungen im Umfang von 800 Millionen Dollar (rund 740 Millionen Euro) an die Ukraine zugesagt. Dazu gehören nach seinen Angaben Drohnen, Artilleriewaffen, Dutzende Haubitzen und 144.000 Schuss Munition dafür.

Bereits zuvor hatte die US-Regierung ein erstes militärisches Hilfspaket für die Ukraine im gleichen Umfang von 800 Millionen Dollar auf den Weg gebracht. Dieses Paket umfasste unter anderem Artilleriesysteme, Artilleriemunition, Panzerfahrzeuge und Hubschrauber. Selenskyj zeigte sich "dankbar" für diese US-Hilfen. Er sagte aber auch, dass die Ukraine gerne "noch schwerere und mächtigere Waffen" bekommen würde. Selenskyj bekundete zudem die Hoffnung, dass auch Präsident Biden die Ukraine besuchen werde, wenn die Sicherheitslage dies erlaube.

Der ukrainische Staatschef kritisierte zugleich, dass UN-Generalsekretär António Guterres in der kommenden Woche zuerst nach Moskau und erst danach nach Kiew reisen will. Es sei "einfach falsch", wenn Guterres zuerst nach Russland reise, sagte er. In der Reihenfolge der Besuche liege "keine Gerechtigkeit und keine Logik". Guterres will am Dienstag in Moskau den russischen Staatschef Wladimir Putin und Außenminister Sergei Lawrow treffen. Im Anschluss will er nach Kiew zu Gesprächen mit Selenskyj und Außenminister Dmytro Kuleba weiterreisen.

Der ukrainische Präsident appellierte ferner erneut an Putin, sich mit ihm zu treffen, "um den Krieg zu beenden". Er habe "keine Angst", sich mit dem russischen Staatschef zu treffen, wenn dies zu einem Friedensabkommen führe. Selenskyj wiederholte aber auch seine Warnung, dass die Ukraine die Gespräche mit Russland abbrechen werde, sollten die in der belagerten Hafenstadt Mariupol ausharrenden ukrainischen Kräfte von der russischen Armee getötet werden.

Quelle: ntv.de, lve/chr/dpa/AFP

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