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30 Tote in der Ostukraine Separatisten greifen Mariupol mit Raketen an

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Rauch, Zerstörung, Tote auf den Straßen in Mariupol: OSZE-Beobachter sind sich sicher, dass die Raketen aus von Separatisten kontrollierten Gebieten abgefeuert wurden.

AP

Im Osten der Ukraine eskaliert die Gewalt. Die Kämpfe erreichen die strategisch wichtige Hafenstadt Mariupol. Beim Raketenbeschuss eines Wohnviertels sterben Dutzende Zivilisten. Die Regierung in Kiew ruft die UN um Hilfe.

Die Kämpfe in der Ostukraine sind wieder voll entflammt. Die prorussischen Aufständischen haben ihre angekündigte Großoffensive mit einem Angriff auf die Hafenstadt Mariupol begonnen. Bei einem Raketenangriff auf ein Wohnviertel der Stadt, die von ukrainischen Regierungstruppen gehalten wird, wurden nach Behördenangaben rund 30 Menschen getötet und fast 100 verletzt.

Zu diesem Angriff äußerte sich Separatistenführer Alexander Sachartschenko nicht. Das ukrainische Militär und die Separatisten beschuldigten sich stattdessen gegenseitig, den Vorort der strategisch wichtigen Stadt am Asowschen Meer beschossen zu haben. Die Aufständischen sprachen von einer Provokation der prowestlichen Führung in Kiew. Sie hätten keine Geschütze mit einer entsprechenden Reichweite in der Gegend stationiert, hieß es.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) ist jedoch davon überzeugt, dass der Angriff aus Gebieten gestartet wurde, die von prorussischen Separatisten kontrolliert werden. Eine Analyse der Einschlaglöcher habe ergeben, dass die Geschosse aus nordöstlicher und östlicher Richtung gekommen seien, teilte die OSZE mit. Diese Gegenden würden von den Aufständischen kontrolliert. Ukrainische Medien zeigten Bilder von brennenden Autos und einer schwarzen Rauchsäule über dem Vorort von Mariupol.

Poroschenko ruft Sicherheitsrat

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko berief für diesen Sonntag den Nationalen Sicherheitsrat ein. In Telefonaten beriet er mit EU-Ratspräsident Donald Tusk und der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini über die Lage. Regierungschef Arseni Jazenjuk forderte eine Krisensitzung des UN-Sicherheitsrats. Lettland verlangte ein außerordentliches Treffen der EU-Außenminister.

Die USA verurteilten den Raketenangriff auf Mariupol scharf. Außenminister John Kerry nannte es unverantwortlich und gefährlich, dass Russland die Separatisten mit modernsten Waffen versorge, und drohte mit weiterem Druck auf Moskau. EU und Nato forderten Russland auf, die Unterstützung für die Separatisten einzustellen. Russland bestreitet, den Separatisten mit Soldaten und Waffen zur Seite zu stehen.

"Hochgefährliche Situation"

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hält trotz der Eskalation an den deutschen Vermittlungsbemühungen fest. "Das scheint mir nach wie vor der richtige Weg zu sein", sagte er bei einem Besuch in Algerien. "Aber wir müssen klar sehen, dass dieses Bemühen von einigen hintertrieben wird." Für den Raketenangriff in Mariupol machte Steinmeier die Separatisten verantwortlich und sprach von einer "hochgefährlichen Situation".

Die neue Gewalteskalation untergräbt Hoffnungen auf eine friedliche Lösung des Konflikts. Seit einem Krisentreffen der Außenminister Deutschlands, Russlands, der Ukraine und Frankreichs am Mittwoch in Berlin hat sich die Lage im Bürgerkriegsgebiet verschärft. Dutzende Zivilisten wurden getötet. In dem Konflikt kamen nach UN-Angaben seit April 2014 mehr als 5000 Menschen ums Leben.

Quelle: n-tv.de

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