Politik

Grenzstreit gefährdet EU-Beitritt Serbien erwartet Einlenken

Im Grenzstreit zwischen Serbien und Kosovo hängt nun alles von den Bürgermeistern der Gemeinden im Norden der ehemligen Provinz ab. Die dortige Minderheit erhält die Straßensperren noch immer aufrecht. Derweil warnen Deutschland und Großbritannien die beiden Länder: Ihr möglicher EU-Beitritt sei in Gefahr.

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Straßensperre nahe Mitrovica.

(Foto: REUTERS)

Serbien setzt die serbische Minderheit im benachbarten Kosovo unter Druck, dem von Belgrad und Pristina ausgehandelten Kompromiss zum Ende der Krise rasch zuzustimmen. "Ich glaube, sie werden die richtige Entscheidung treffen", sagte der serbische Chefunterhändler Borislav Stefanovic. "Ich bin sicher, sie werden die beste Lösung finden, vielleicht auch vor Dienstag."

Serbische Bürgermeister mehrerer Orte im Nordkosovo hatten sich zuvor bei einem Treffen darauf verständigt, erst an diesem Dienstag über den Kompromiss zu entscheiden. Bis dahin wollten sie ihre Straßensperren auf den Transitrouten zwischen dem Kosovo und Serbien aufrechterhalten.

"Historische Chance"

Deutschland und Großbritannien haben Serbien und das Kosovo davor gewarnt, durch fortgesetzte Grenzstreitigkeiten ihren EU-Beitritt zu gefährden. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) und sein britischer Kollege William Hague erklärten in einem gemeinsamen Beitrag für die "FAZ", die beiden Länder drohten mit der neuerlichen Kosovo-Krise ihre Chancen zu verspielen.

Serbien und das Kosovo müssten für ihre Streitigkeiten eine diplomatische Lösung finden, "die die Grenzen Kosovos achtet, das Leben aller verbessert und beide Staaten auf den Weg in Richtung eines EU-Beitritts führt", heißt es. "Tun sie das nicht, vergeben sie eine historische Chance." Im Herbst werde die EU über ihre Beziehungen zu Serbien und Kosovo beraten. "Wir werden genau hinsehen, welche Fortschritte die beiden Länder bis dahin erzielt haben."

Das Kosovo hatte im Februar 2008 seine Unabhängigkeit erklärt. Die Regierung in Belgrad lehnt die einseitige Unabhängigkeitserklärung ab und sieht in der Region noch immer serbisches Territorium.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP