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"Bitte auf Knien um Verzeihung für Srebrenica" Serbiens Präsident schwenkt um

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Das Massaker von Srebrenica hat Tausende Familien zerstört.

(Foto: picture alliance / dpa)

Tomislav Nikolic ist bekannt als Hardliner. Der Nachfolger des um Annäherung bemühten Boris Tadic im Amt des serbischen Präsidenten wehrt sich seit langem dagegen, das Leid der bosnischen Muslime während des Balkankonflikts anzuerkennen. Wohl auf Druck der EU springt Nikolic nun doch über seinen Schatten.

Der serbische Präsident Tomislav Nikolic hat sich erstmals für das Massaker von Srebrenica entschuldigt. "Ich bitte auf Knien darum, dass Serbien für dieses in Srebrenica begangene Verbrechen verziehen wird", sagte Nikolic dem bosnischen Fernsehen. Von Völkermord sprach Nikolic jedoch weiterhin nicht.

Das Massaker in der ostbosnischen Stadt Srebrenica an rund 8000 bosnischen Muslimen durch bosnisch-serbische Verbände im Juli 1995 wird von der internationalen Justiz als Völkermord eingestuft. Noch im Juni vergangenen Jahres hatte Nikolic gesagt, dass es sich in Srebrenica nicht um einen Genozid gehandelt hat. Es bezeichnete es als "sehr schwierig", vor Gericht zu beweisen, "dass ein Ereignis die Form eines Völkermordes hatte", sagte er damals.

Nikolic war im Mai 2012 zum Präsidenten gewählt worden. Sein Vorgänger Boris Tadic setzte unter anderem durch, dass das Belgrader Parlament das Massaker von Srebrenica verurteilte; in seiner Amtszeit wurden der ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic und auch der bosnisch-serbische Armeechef Ratko Mladic an das Haager UN-Tribunal überstellt.

Tadic machte es vor

Bevor Nikolic Präsident wurde, trat er solchen Entwicklungen entgegen und arbeitete mit Ultranationalisten der Serbischen Radikalen Partei Hand in Hand. Sein Land strebt allerdings den Beitritt zur Europäischen Union an.

Das Haager Tribunal hatte außer Karadzic und Mladic auch den ehemaligen serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic für das Srebrenica-Massaker verantwortlich gemacht. Milosevic starb aber 2006 im Gefängnis des Tribunals in Scheveningen.

Tadic begab sich im Jahr 2005 zu den Gedenkfeiern in Srebnica und bat die Angehörigen der Opfer um Verzeihung. Auch fünf Jahre später nahm er an der Zeremonie teil. Im März 2010 verabschiedete das serbische Parlament erstmals eine Resolution, in der das Srebrenica-Massaker verurteilt wurde.

Quelle: n-tv.de, AFP

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