Politik

Präsidentschaftswahlen in Brasilien Sieg von Lulas Kandidatin erwartet

Die Brasilianer wählen einen Nachfolger des populären Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva. Als große Favoritin gilt Lulas Kandidatin, die 62-jährige Dilma Rousseff. Die Ex-Guerillakämpferin wäre die erste Frau an der Spitze des südamerikanischen Staates.

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Dilma Rousseff "ist bereit". Sie will Brasilien zu einem Industrieland machen.

(Foto: REUTERS)

In Brasilien sind mehr als 135 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, die Weichen für die Zeit nach der Präsidentschaft von Luiz Inácio Lula da Silva zu stellen. Der 64-Jährige darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten, seine Wunschnachfolgerin und Ex-Kabinettschefin Dilma Rousseff hatte aber gute Chancen, Brasiliens erste Präsidentin zu werden. Allerdings blieb nach letzten Umfragen offen, ob sie einen Sieg im ersten Wahlgang schafft, oder ob sie am 31. Oktober in die Stichwahl mit ihrem konservativen Herausforderer José Serra gehen muss.

Nach einer am Samstag veröffentlichten Umfrage konnte Rousseff mit 51 Prozent der gültigen Stimmen rechnen und São Paulos Ex-Gouverneur Serra mit 31 Prozent. Entscheidend war das Abschneiden der grünen Kandidatin Marina Silva. Lulas Ex-Umweltministerin lag zuletzt bei 17 Prozent. Die sechs weiteren Kandidaten konnten insgesamt nur mit einem Prozent der Stimmen rechnen. Rousseff braucht für einen Sieg im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent.

Lula ist optimistisch

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Präsident Lula schwimmt auf einer Welle der Sympathie. Aber er darf nicht mehr antreten.

(Foto: AP)

Präsident Lula wählte in São Bernardo do Campo, wo er seine Karriere als Gewerkschafter begann. Er hatte sich zuvor zuversichtlich über einen Sieg seiner Kandidatin gezeigt: "135 Millionen Brasilianer wählen, und ich bin sicher, die Mehrheit des Volkes will eine Kontinuität der Regierungsarbeit", sagte der Staatschef, der am 1. Januar 2011 sein Amt abgibt. Serra versprach den Wählern zum Wahlkampfschluss vor allem eine Regierung "ohne Korruption und Schmiergeldaffären". Marina Silva lag auf Gegenkurs zu beiden Kandidaten, denen sie vorwarf, Brasilien ohne fundierte Konzepte regieren zu wollen.

Es waren die sechsten Präsidentschaftswahlen in dem fünftgrößten Land der Erde seit dem Ende der Militärdiktatur (1964-1985). Erstmals seit 1989 trat Lula dabei nicht als Kandidat an. Gewählt wurden am Sonntag zudem alle 513 Abgeordneten des Bundesparlamentes, 54 von 81 Senatoren, alle Gouverneure der 26 Bundesstaaten und des Hauptstadt-Distriktes Brasília und alle Regionalparlamente. Landesweit traten insgesamt mehr als 22 500 Kandidaten an.

Quelle: ntv.de, dpa