Politik

Keine US-Zweifel an Assads Schuld für Giftgasangriff So will Obama den Kongress überzeugen

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Obama hat keine Zweifelan Assads Schuld.

(Foto: imago stock&people)

US-Präsident Obama bittet den Kongress offiziell um die Billigung einer Militärangriffs gegen Syrien. Das Weiße Haus übermittelt den Spitzen von Senat und Repräsentantenhaus dafür einen Resolutionsentwurf. In der Woche ab dem 9. September soll die Abstimmung sein. Diese Argumente legt Obama den Abgeordneten vor.

Für US-Präsident Barack Obama ist der Fall eindeutig: Den Giftgasangriff in Syrien hat die Führung um Staatschef Baschar al-Assad zu verantworten. Obama will Assad mit einem "begrenzten" Militärschlag bestrafen, vorher aber die Zustimmung des Kongresses einholen. Einen Teil der Geheimdienstinformationen, mit denen die Abgeordneten in den kommenden Tagen überzeugt werden sollen, machte das Weiße Haus öffentlich:

Mehr als 1400 Tote

Die syrischen Streitkräfte sollen in den frühen Morgenstunden des 21. Augusts mit Giftgas bestückte Raketen auf Vororte der Hauptstadt Damaskus abgefeuert haben. Nach US-Erkenntnissen wurden dabei mindestens 1429 Menschen getötet, darunter mindestens 426 Kinder. Etwa 3600 Menschen seien mit auf Nervengas hindeutenden Symptomen in drei Krankenhäuser eingeliefert worden.

Keine Zweifel an Assads Schuld

Die US-Geheimdienste gehen mit «hoher Gewissheit» davon aus, dass  die syrische Armee hinter der Attacke steht. Eine Schuld der Rebellen sei "höchst unwahrscheinlich". Die Kämpfer der Oppositionsbewegung hätten nicht die militärischen Fähigkeiten, größere Raketenangriffe mit chemischen Kampfstoffen auszuführen. Außerdem seien sie nicht in der Lage, die Vielzahl an Belegen für eine Giftgasattacke zu fälschen. Die USA lasten den Angriff Assad an, der als "endgültiger Entscheider" über das Chemiewaffenprogramm seiner Armee wache.

Beweise für Giftgasangriff

Die US-Geheimdienste werteten für den Bericht "mehrere nachrichtendienstliche Informationsflüsse" aus. Satellitenbilder bestätigten demnach, dass die Raketen mit dem Nervengas aus einem Gebiet abgefeuert wurden, das von der syrischen Armee kontrolliert wird. Agenten, elektronische Aufklärung und andere Quellen lieferten Hinweise, dass Assads Armee den Einsatz von Chemiewaffen vorbereitet habe.

In den Tagen vor der Attacke seien Einheiten an einem Ort im Einsatz gewesen, an dem die syrischen Streitkräfte chemische Kampfstoffe mischten. Am 21. August hätten sich dann Regierungstruppen in der Nähe von Damaskus für einen bevorstehenden Chemiewaffenangriff gewappnet, unter anderem mit Gasmasken.

Die US-Geheimdienste werteten außerdem rund einhundert Videos aus, die nach der Attacke aufgenommen worden sein sollen. Die Aufnahmen zeigen den Angaben zufolge Opfer mit Symptomen eines Nervengasangriffs wie Bewusstlosigkeit, Schaum vor dem Mund und Atembeschwerden. Die Leichen hätten keine sichtbaren äußeren Verletzungen aufgewiesen. Syrische Krankenhäuser und internationale Mediziner bestätigten demnach die Symptome.

Die USA fingen nach eigenen Angaben eine nicht näher bezeichnete "Kommunikation" ab, in der ein ranghoher syrischer Vertreter den Einsatz von Chemiewaffen bestätigte. Der Vertreter habe sich besorgt gezeigt, dass UN-Inspektoren Beweise für die Attacke finden könnten. Den US-Geheimdiensten liegen demnach außerdem Informationen vor, dass die Chemiewaffeneinheiten am Nachmittag des 21. August angewiesen wurden, den Einsatz einzustellen.

Weitere Chemiewaffeneinsätze

Die US-Geheimdienste gehen davon aus, dass die syrischen Streitkräfte über verschiedene chemische Kampfstoffe verfügen, darunter Saringas, Senfgas und das Nervengas VX. Die Wahrscheinlichkeit sei sehr hoch, dass Assads Truppen im Laufe der vergangenen zwölf Monate bereits "mehrfach" Chemiewaffen eingesetzt hätten. Die früheren Giftgasattacken hätten aber nicht das Ausmaß des Angriffs am 21. August gehabt. Mit dem Einsatz chemischer Kampfstoffe hätten die Regierungstruppen in besonders umkämpften Gebieten die Oberhand gewinnen wollen.

Quelle: ntv.de, AFP

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