Politik

Riskante Kommandoaktion Spezialeinheit tötet Bin Laden

Es ist eine gefährliche Aktion: Mitten in der Nacht landen zwei US-Hubschrauber auf einem abgeschirmten Anwesen nördlich von Islamabad. Dann dringen sie in einen Gebäudekomplex ein, wo sie Terrorchef Bin Laden und drei weitere Männer und eine Frau töten.

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Osama bin Laden wurde seit Jahren gejagt.

(Foto: dpa)

Die US-Spezialkräfte kamen im Schutz der Dunkelheit, um das Versteck von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden zu stürmen. Nach Angaben aus Regierungskreisen in Washington landete eine "kleine Einheit" in der Nacht zum Sonntag mit zwei Hubschraubern auf einem abgeschirmten Anwesen in Abbottabad, rund 50 Kilometer nördlich der Hauptstadt Islamabad. Etwa 40 Minuten dauerte die riskante Kommandoaktion, bei der der meistgesuchte Terrorist der Welt getötet wurde. Der TV-Sender CNN berichtete, dass Bin Laden durch einen Kopfschuss gestorben sei.

Der Gründer und Chef des Terrornetzwerks Al-Kaida versteckte sich nicht wie oft vermutet in einer Höhle im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet vor den USA, die Bin Laden seit den Anschlägen vom 11. September 2001 weltweit jagten. Er verschanzte sich nach US-Angaben hinter hohen Mauern und Stacheldraht in einer herrschaftlichen Residenz. Der Komplex sei vor fünf Jahren errichtet worden. Im Spätsommer 2010 habe es erste Hinweise darauf gegeben, dass sich Bin Laden hier aufhalten könnte. Auf die Spur kamen die US-Geheimdienste dem Al-Kaida-Chef demnach über einen Boten, den sie bereits seit einiger Zeit überwachten.

Bei der Kommandoaktion wurden neben Bin Laden drei weitere Männer und eine Frau getötet. Bei den Männern habe es sich offenbar um einen Sohn bin Ladens sowie zwei Boten gehandelt. Die Frau sei erschossen worden, als einer der Männer hinter ihr in Deckung gegangen sei. Außerdem seien zwei weitere Frauen verletzt worden. "Das war ein besonders gefährlicher Einsatz", sagte ein ranghoher US-Vertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Mehrere Frauen und Kinder hätten sich zum Zeitpunkt des Zugriffs in dem Anwesen befunden.

Die US-Spezialkräfte blieben unverletzt. Allerdings sei einer der beiden Helikopter wegen einer "mechanischen Panne" ausgefallen und deshalb zerstört worden, hieß es. Beim Rückzug habe die gesamte Einheit mit dem verbleibenden Hubschrauber ausgeflogen werden müssen - samt der Leiche Bin Ladens, die durch einen DNA-Test identifiziert wurde. Die US-Regierung gab zunächst nicht bekannt, welche Spezialkräfte genau den Einsatz ausführten. Der TV-Sender ABC berichtete allerdings, es habe sich um rund 25 Soldaten der Eliteinheit Navy Seals gehandelt.

Quelle: n-tv.de, AFP

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