Politik

Lage in Bischkek ruhig Staatsbegräbnisse in Kirgisistan

2qcb3431.jpg1316641925658521244.jpg

Die Särge der Toten sind in die Nationalfarben gehüllt.

(Foto: dpa)

In Kirgisistan nehmen Tausende Menschen an der Beisetzung von Opfern der gewaltsamen Unruhen teil. "Die, die am 7. April gestorben sind, sind die Helden Kirgistans", sagt die Chefin der Übergangsregierung, Otunbajewa.

Nach dem blutigen Umsturz in der zentralasiatischen Republik Kirgisistan Mitte der Woche hat die neue Regierung die Opfer mit einem Staatsbegräbnis geehrt. In der Hauptstadt Bischkek und weiteren Orten nahmen Tausende an Gedenkveranstaltungen teil, meldete die kirgisische Agentur Akipress.

2qcf1348.jpg4913260774434093129.jpg

Übergangsregierungschefin Otunbajewa (l.) bei der Trauerfeier für die Toten der Unruhen.

(Foto: dpa)

Die Zahl der Toten stieg unterdessen auf 79. In der Nacht seien drei Verletzte gestorben, sagte die neue Gesundheitsministerin Damira Nijasalijewa. Die Lage in Bischkek beruhigte sich nach Behördenangaben weiter. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) forderte beide Konfliktparteien zu Gesprächen auf.

Für eine weitere Entspannung der Lage seien Verhandlungen wichtig, sagte ein OSZE-Sonderbeauftragter aus Kasachstan in Bischkek. Kasachstan, das an Kirgisistan grenzt, hat seit Jahresbeginn den OSZE-Vorsitz inne. In Bischkek wurden am Stadtrand Kontrollpunkte errichtet, an denen Reisende nach Waffen und Sprengstoff durchsucht werden. Damit sollen neue Plünderungen und Gewalttaten verhindert werden. Insgesamt wurden bei den Unruhen etwa 1500 Menschen verletzt.

USA vermeiden Basis in Manas

Nach dem Umsturz werden die USA ihre dortige Luftwaffenbasis Manas vorläufig nicht nutzen. Wie Major John Redfield vom Zentralkommando in Florida bestätigte, werden die Flüge zum Transport von Truppen und Ausrüstung nach Afghanistan über einen anderen Stützpunkt im Ausland abgewickelt. Wie es weitergehe, hänge von der Entwicklung in Kirgisistan und der Einschätzung des US-Militärpersonals vor Ort ab. Redfield betonte zugleich, dass die Unterstützung der US-Truppen in Afghanistan trotz der Umleitung voll gewährleistet sei. Die USA haben zurzeit gut 80.000 Soldaten am Hindukusch stationiert.

Die Staatsanwaltschaft in Kirgisistan macht einen Bruder und zwei Söhne des gestürzten autoritären Präsidenten Kurmanbek Bakijew für das Blutbad verantwortlich. Bakijew selbst hält sich nach eigenen Angaben weiter im Süden des Landes auf, seiner Heimat und Hochburg. Er sei zu Verhandlungen über seinen Rücktritt bereit, falls die neue Regierung Gespräche mit ihm suche, sagte er.

Die neue Regierungschefin Rosa Otunbajewa hatte jedoch gesagt, es gebe "keinen Grund" für Gespräche und hatte Bakijew erneut zum Rücktritt aufgefordert. Sie will innerhalb eines halben Jahres die Verfassung ändern sowie Präsidenten- und Parlamentswahlen abhalten.

Quelle: n-tv.de, dpa