Politik

SPD-Kandidat setzt auf Erfahrung Steinbrück holt Zypries an Bord

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Brigitte Zypries gehörte sowohl unter Gerhard Schröder als auch unter Angela Merkel dem Kabinett an.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bisher überwiegen im Schattenkabinett Steinbrücks junge Gesichter mit relativ geringer Regierungserfahrung. Doch mit der Nominierung von Brigitte Zypries führt der SPD-Kandidat nun eine altgediente Ministerin ins Feld. Überraschenderweise soll sie jedoch nicht für Justizfragen zuständig sein.

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Hat Steinbrück noch eine Chance gegen Merkel?

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück holt die frühere Bundesjustizministerin Brigitte Zypries für das Thema Verbraucherpolitik in sein Schattenkabinett. Zypries sei eine äußerst erfahrene Bundespolitikerin, begründete Steinbrück die Berufung der 59-Jährigen.

Zypries war von 2000 bis 2009 Bundesjustizministerin - zunächst im rot-grünen Kabinett unter Gerhard Schröder, später zu Zeiten der Großen Koalition. Dass die heutige Justiziarin der SPD-Fraktion das Verbraucherressort übernehmen soll, überrascht die Beobachter.

Insgesamt setzt Steinbrück in der zweiten Vorstellungsrunde seines Wahlkampfteams auf eine Mischung aus altgedienten SPD-Mitgliedern und Nachwuchspolitikern. Zu den neuen Namen zählen neben Zypries die 39-jährige Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, und der 40-jährige Vizefraktionschef Florian Pronold bekanntgeben. Auf politikferne Überraschungen verzichtet Steinbrück dieses Mal.

Sechs von bis zu zwölf Mitglieder sind bekannt

Der bayerische SPD-Chef Pronold übernimmt im Kompetenzteam die Themen Wohnen und Infrastruktur. Die SPD werde "den Neubau von Wohnungen ankurbeln und Mieter vor Kostenexplosionen schützen", erklärte Pronold. SPD-Vizeparteichefin Schwesig steht für die Themen Frauen- und Familienpolitik, Aufbau Ost, Demografie und Integration von Behinderten.

Damit sind sechs Mitglieder des Teams bekannt, das zehn oder zwölf Mitglieder zählen soll. Das Team besteht je zur Hälfte aus Männern und Frauen. In der ersten Runde vor zwei Wochen hatte die Berufung des Gewerkschaftschefs und Agenda-2010-Kritikers Klaus Wiesehügel für die Themen Arbeit und Soziales für Überraschung gesorgt. Steinbrück sagte dem Chef der IG BAU einen Kabinettsposten zu, wenn die SPD am 22. September bei der Bundestagswahl erfolgreich sei.

Als Außenseiterin hatte Steinbrück die Designforscherin Gesche Joost für die Netzpolitik in sein Team geholt. Für die Innenpolitik ist der Parlamentarische Geschäftsführer Thomas Oppermann zuständig.

Quelle: n-tv.de, jog/rts

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