Politik

Zu wenig Aufträge Stellenabbau in der Baubranche

Der krisengeschüttelten Baubranche drohen weitere Entlassungen. Nach Angaben der Arbeitgeber sind bis zu 100.000 weitere Stellen in Gefahr. Das Frankfurter Bauunternehmen Philipp Holzmann kündigte 700 Entlassungen an.

"Wir sind in einem Krisenzustand, der beginnt, ein Dauerzustand zu werden", sagte Holzmann-Chef Konrad Hinrichs der "Berliner Zeitung". Das Unternehmen müsse eine Niederlassung in Kassel ganz schließen. Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe sei zu stark zurückgegangen.

Der Geschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, Michael Knipper, bestätigt einen Auftrags- und Umsatzrückgang. Es sei mit einem Umsatzrückgang im zweistelligen Prozentbereich zu rechnen, sagte der. Die ohnehin negativen Prognosen müssten nach untern korrigiert werden. Die Rezension habe die Investoren eingeholt.

Besonders größere Firmen hätten massive Probleme. Außerdem hingen nach wie vor 95 Prozent vom schwachen heimischen Neubaumarkt ab, auf dem die deutschen Firmen im Wettbewerb mit Anbietern aus Niedriglohnländern stünden. Knipper kritisierte den Rückgang der öffentlichen Bauinvestitionen. Würde der Investitionsstau aufgelöst, ginge es der Bauwirtschaft besser, sagte er.

Der Bund habe Milliarden für den Ausbau von Schiene und Straßennetz versprochen. Im ersten Halbjahr seien die Investitionen aber sogar um fünf Prozent zurückgegangen. Dafür mache die Bauwirtschaft Bundesbauminister Kurt Bodewig persönlich verantwortlich, sagte Knipper. Mit Investitionskürzungen werde sich der Abwärtstrend nur verschärfen.

Quelle: n-tv.de