Politik

"Freies Tunis, Sanaa grüßt dich" Studenten demonstrieren im Jemen

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Gleiche Bilder, anderes Land: Demonstranten in Sanaa.

(Foto: REUTERS)

Der Sturz des tunesischen Präsidenten Ben Ali zeigt auch in anderen arabischen Ländern Wirkung: Im Jemen gehen tausend Studenten gegen die Regierung auf die Straße. Sie fordern einen friedlichen und demokratischen Wandel - und den Sturz arabischer Anführer.

In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa haben rund tausend Studenten zum Sturz der Regierung nach dem Vorbild von Tunesien aufgerufen. "Freies Tunis, Sanaa grüßt dich tausend Mal", rief die Menge, der sich auch Menschenrechtsaktivisten angeschlossen hatten. Die Demonstranten zogen Beobachtungen eines Augenzeugen zufolge vom Campus zur tunesischen Botschaft in Sanaa. Die Studenten riefen auch andere arabische Völker zur "Revolution gegen ihre lügenden und verängstigten Anführer" auf.

"Geht, bevor Ihr abgesetzt werdet", stand auf einem der Plakate der Protestierenden, die sich damit an die jemenitische Regierung wandten. "Unser Ziel für einen neuen Jemen ist der friedliche und demokratische Wandel", sagte ein Demonstrant. Jemens Präsident Ali Abdallah Saleh steht seit 32 Jahren an der Spitze des Landes. Derzeit wird im Parlament über eine Verfassungsänderung diskutiert, die ihm den Weg für eine Präsidentschaft auf Lebenszeit ebnen könnte. Die Opposition lehnt dies ab.

In Tunesien war am Freitag Präsident Zine El Abidine Ben Ali nach wochenlangen teils gewaltsamen Protesten nach Saudi-Arabien geflohen. Die Proteste hatten sich gegen Armut und Arbeitslosigkeit im Land gerichtet und waren dann in offene Ablehnung der Regierung umgeschlagen.

Quelle: n-tv.de, AFP

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