Politik

Familie wacht am Krankenbett Südafrika will Mandela gehen lassen

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Die Menschen in Südafrika leiden mit Nelson Mandela.

(Foto: REUTERS)

Nelson Mandela befindet sich weiterhin in einem lebensbedrohlichen Zustand. Seine Familie ist bei ihm am Krankenbett. Unterdessen versammeln sich viele Bürger vor dem Krankenhaus in Pretoria. Mit Blumen und Luftballons nimmt die Nation langsam Abschied von ihrem Helden.

"Die Ärzte tun ihr Möglichstes, damit sich sein Zustand verbessert und bemühen sich, dass Madiba gut behandelt wird und es ihm gut geht." Das versicherte Staatschef Jacob Zuma. Zumas Sprecher hatte am Sonntagabend die Verschlechterung des Gesundheitszustands des Anti-Apartheid-Kämpfers bekannt gegeben. Mandela war am 8. Juni zur Behandlung einer wiederkehrenden Lungenentzündung, die ihn seit zweieinhalb Jahren plagt, in das Krankenhaus in Pretoria eingeliefert worden.

Mandelas Ehefrau Graça Machel hat die Klinik offenbar seitdem nicht verlassen. Auch seine Ex-Frau Winnie Madikizela-Mandela sowie die beiden gemeinsamen Töchter kamen zu Besuch. Madikizela-Mandela traf zusammen mit ihrer Tochter Zindzi ein. Deren Schwester, Zenani Mandela-Dlamini, kam unabhängig von Mutter und Schwester. Zwischen den beiden Töchtern soll es zum Bruch gekommen sein, nachdem Zindzis 13-jährige Enkelin im Jahr 2010 bei einem Autounfall ums Leben kam - am Steuer saß Zenanis Lebensgefährte.

Luftballons für "Madiba"

Vor dem Mediclinic-Heart-Hospital in Pretoria bekundeten zahlreiche Menschen ihre Sympathie für Mandela, der jahrzehntelang gegen das rassistische Apartheid-Regime gekämpft hatte. Sie hängten Luftballons und Grußkarten an den Klinik-Zaun und stellten Blumensträuße auf.

Viele äußerten die Hoffnung, dass sich Mandela noch einmal erholen würde. "Mein größter Wunsch ist, dass er gesund wird, damit die nächsten Generationen diesen Mann sehen können, der für uns gekämpft hat", sagte Phathani Mbatha. "Leider können wir nichts für ihn tun, außer für ihn und für die Ärzte, die ihm helfen, zu beten."

Das Weiße Haus in Washington brachte sein Mitgefühl zum Ausdruck: die "Gedanken und Gebete" seien bei Mandela. US-Präsident Barack Obama - wie Mandela ebenfalls erster schwarzer Präsident seines Landes - wird am Freitag zu einem Besuch in Südafrika erwartet.

Nation blickt "der traurigen Realität ins Gesicht"

Im Township Soweto bei Johannesburg, wo Mandela gelebt hatte, sind die Menschen besorgt: "Bald wird auch medizinische Hilfe nichts mehr nützen", sagte Lebensmittelhändler James Nhlapo. "Wir müssen nun der traurigen Realität ins Gesicht blicken." In Mandelas früherem Wohnhaus, das in ein Museum umgewandelt wurde, gingen zahlreiche Besucher ein und aus. Mandela hatte in dem roten Backsteinhaus von 1946 bis 1958 und noch einmal kurz 1990 gelebt.

Mandela hatte wegen seines Kampfs gegen die Rassentrennung 27 Jahre lang im Gefängnis gesessen. 1994 wurde er zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt und blieb bis 1999 im Amt. Bis heute wird er als Vater des modernen Südafrikas verehrt.

Quelle: ntv.de, AFP

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