Politik

Flüchtlingsdrama eskaliert Syrien-Spenden bleiben aus

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Die Hände eines 15-Jährigen - deutlich sind Fesselspuren zu sehen.

(Foto: dpa)

Geld zusagen, das ist das eine. Es zu überweisen, das andere. Von den Hilfeversprechen der Welt an die Flüchtlinge in Syrien ist noch nicht viel angekommen. Die Vereinten Nationen ermahnen nun die Geber-Länder. Die Situation wird nämlich immer schwieriger.

Die Zahl der Flüchtlinge aus Syrien wird sich nach Befürchtungen der Vereinten Nationen in wenigen Monaten weit mehr als verdoppeln. Bis zum Ende des Jahres könnten 710.000 Menschen in den Nachbarländern Jordanien, Türkei, Libanon und Irak Schutz suchen, teilte UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos mit. Derzeit seien es 304.000. Dabei drohe den Helfern das Geld auszugehen, weil die Spenden ausbleiben.

Von den 488 Millionen Dollar (380 Millionen Euro), um die die UN ihre Mitgliedsländer für die aus Syrien geflüchteten Menschen gebeten hatten, seien erst 142 Millionen eingegangen. Zudem gebe es noch einen zweiten Spendenaufruf für die Vertriebenen innerhalb Syriens. Statt erhoffter 348 Millionen seien nur 130 Millionen gespendet worden. Von den 22 Millionen Syrern seien 1,2 Millionen Menschen Flüchtlinge im eigenen Land, insgesamt 2,5 Millionen seien auf Hilfe von außen angewiesen.

Die erwarteten 710.000 Flüchtlinge sind fast viermal so viel, wie noch im Juni vorhergesagt worden war. Allein in Jordanien dürfte dann eine viertel Million Menschen Schutz suchen, in der Türkei sogar 280 000. Derzeit beherbergt Jordanien die meisten Flüchtlinge. Mehr als die Hälfte von ihnen sei jünger als 18 Jahre. Kinder würden in Syrien täglich beschossen, verstümmelt und getötet. Tausende seien von Luftangriffen und Panzerbeschuss in Wohngebieten traumatisiert.

Explosionen im Hintergrund

Syrische Regierungstruppen gehen unterdessen verstärkt gegen Rebellen im Osten von Damaskus vor. Teilweise sei heftiger Gefechtslärm zu hören gewesen. Später sei die Hauptstadt von mehreren lauten Detonationen erschüttert worden. "Jede einzelne fühlt sich an wie ein Erdbeben", sagte ein Bewohner in einem Telefonat, in dem im Hintergrund zwei Explosionen zu hören waren. Nach Angaben der oppositionellen Beobachterstelle für Menschenrechte griffen Soldaten von Präsident Baschar al-Assad auch ländliche Gebiete rund um die Vorstädte Samalka und Ain Terma am östlichen Rand von Damaskus an. Die Gegend hat sich in den vergangenen Monaten zur Rebellenhochburg entwickelt.

Assad versucht seit März vergangenen Jahres einen Aufstand gegen seine Herrschaft niederzuschlagen. Nach Angaben der Opposition starben bislang mehr als 30.000 Menschen. Am Wochenende hatten sich die Kämpfe auf die nordsyrische Metropole Aleppo konzentriert, wobei auch der größte Teil des Basars von Souk al-Madina zerstört wurde. Der Markt gehört zum Weltkulturerbe der Unesco.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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