Politik

Oppositionelle finden nicht zusammen Syrien droht der Zerfall

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Damaskus gleicht einer Geisterstadt.

(Foto: dpa)

Syrien-Vermittler Lakhdar Brahimi warnt vor einem Vormarsch der Milizen und dem Zerfall des Staates. Die Konfliktparteien in Syrien ruft er zum Handeln auf. Doch die Regimegegner streiten noch. London will Machthaber Assad derweil eine sichere Ausreise aus dem Land ermöglichen.

Syrien-Vermittler Lakhdar Brahimi hat die Konfliktparteien in dem Bürgerkriegsland aufgefordert, dringend eine politische Lösung zu suchen. "Wenn das Problem nicht richtig angegangen wird, besteht die Gefahr eines neuen Somalias in Syrien", sagte der algerische Krisendiplomat in einem veröffentlichten Interview der arabischen Tageszeitung "Al-Hayat". Das bedeute nicht die Spaltung, sondern den Zerfall des Staates, den Vormarsch von Kriegsherren und Milizen. Die Opposition beriet derweil bei einer mehrtägigen Konferenz in Katar über eine vereinte Führung.

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Bei der Versammlung der Assad-Gegner in Doha.

(Foto: dpa)

In Doha soll ein neues Gremium von 50 Oppositionellen gebildet werden. Später soll daraus eine Übergangsregierung hervorgehen. Allerdings sind die Regimegegner zutiefst zerstritten. Daher ist noch offen, ob es überhaupt einen gemeinsamen Beschluss geben wird. Seit Beginn des Konflikts im März 2011 sind in Syrien mehr als 36.000 Menschen getötet worden.

London: Assad kann gehen

Der britische Premierminister David Cameron sprach sich dafür aus, Syriens Präsidenten Baschar al-Assad eine sichere Ausreise aus dem Land zu ermöglichen. In einem Interview des Nachrichtensenders Al-Arabija sagte er, alles was zu einem Übergangsprozess in Syrien führen könnte, sollte getan werden. Cameron betonte, er biete Assad sicherlich keinen Ausweg nach Großbritannien an. Auch würde er ihn lieber vor einem internationalen Gericht sehen. "Aber wenn er gehen will, sollte er gehen können. Das wäre zu arrangieren."

Der russische Außenminister Sergej Lawrow warnte vor einem Blutbad in Syrien und sprach sich für eine Waffenruhe aus. Bei einem Besuch der jordanischen Hauptstadt Amman warf er den Regimegegnern, die den Dialog mit Assad verweigern, vor, das Blutvergießen fortsetzen und Syrien zerstören zu wollen.

Derweil gehen die Kämpfe in Syrien weiter. Nach Angaben von Aktivisten wurden allein am Dienstag landesweit mindestens 100 Menschen getötet. In einem Vorort von Damaskus explodierten am Abend drei Bomben. Mutmaßliche Regimegegner ermordeten in der Hauptstadt zudem den Bruder des syrischen Parlamentspräsidenten Dschihad al-Laham.

In der Provinz Idlib wurden laut Opposition mindestens zwölf Soldaten bei Bombenanschlägen getötet. Sieben syrische Generäle flüchteten in die Türkei. Damit seien inzwischen mehr als 40 Generäle aus dem Nachbarland in der Türkei, berichteten türkische Medien.

Quelle: n-tv.de, AFP

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