Politik

21 UN-Beobachter weiter festgehalten Syrische Rebellen bleiben hart

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Von diesem Lager aus beobachten die UN-Beobachter die Golan-Höhen.

(Foto: dpa)

Der Nervenkrieg zwischen syrischen Rebellen und den Vereinten Nationen geht weiter. 21 UN-Beobachter bleiben in der Gewalt der Aufständischen. Die UNO hat nun zumindest mit den Gefangenen telefonieren können.

Die Vereinten Nationen verhandeln weiter über die Freilassung der 21 auf den  Golanhöhen entführten UN-Beobachter. Mitglieder der UN-Truppe UNDOF hätten mit den Gefangenen telefonischen Kontakt gehabt, sagte UN-Sprecher Matin Nesirky. Ein anderer UN-Vertreter  sagte, die UNDOF verhandele mit den Geiselnehmern und auch mit  staatlichen syrischen Stellen.  Im Internet tauchte ein Video mit einigen der Geiseln auf, in dem einer der Blauhelme versicherte, der Gruppe gehe es gut.

Etwa 30 Bewaffnete aus Syrien hatten die UN-Beobachter am Mittwoch auf den Golan-Höhen in ihre Gewalt gebracht. Zu der Geiselnahme bekannte sich eine Rebellengruppe, die in Videos gegen eine angebliche Zusammenarbeit von Syriens Staatschef Baschar al-Assad und den "Zionisten" in Israel protestierte. Sie forderte den Rückzug syrischer Truppen aus dem Dorf Dschamla nahe der Waffenstillstandslinie zwischen Israel und Syrien.

1100 Beobachter im Einsatz

Der UN-Sicherheitsrat verlangte die "sofortige und bedingungslose" Freilassung der Beobachter. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) verurteilte die Geiselnahme. Die Beobachtermission ist seit 1974 auf den Golanhöhen im Einsatz, die 1967 von Israel besetzt worden waren. Etwa 1100 UN-Beobachter kontrollieren den Waffenstillstand zwischen Israel und Syrien und überwachen eine Pufferzone.

Israel befürchtete, dass der Vorfall das Aus für die UN-Mission bedeuten könnte. Durch ein Ende der Mission könne "ein gefährliches Vakuum" entstehen, sagte ein Regierungsvertreter. Österreichs Außenminister Michael Spindelegger, dessen Land 370 Blauhelme stellt, bezeichnete es als "erschreckend, dass die Welle der Gewalt nicht einmal vor jenen Halt macht, die dort für Frieden sorgen". Das Außenministerium versicherte aber, dass Österreich keinen Abzug seiner Soldaten plane.

Video zeigt Entführte

In dem von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte verbreiteten Video sind sechs der Entführten in Uniformen zu sehen. Einer der Männer stellt sich als Mitglied des philippinischen Bataillons der UN-Gruppe vor. Demnach wurde die Gruppe auf verschiedene Orte verteilt, um ihre Sicherheit zu gewährleisten. Sie würden mit Nahrung und Wasser versorgt.

Die oppositionelle Nationale Koalition will am kommenden Dienstag in Istanbul über eine Übergangsregierung diskutieren. Ob ein eigener Ministerpräsident gewählt werde, sei aber noch unklar, sagte Sprecher Walid al-Bunni. Die Bildung einer Übergangsregierung war bereits für das vergangene Wochenende geplant gewesen, wurde aber verschoben.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP