Politik

Jugendliche entern CSU-Zentrale Tausende Kurden demonstrieren friedlich

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Wie hier in Stuttgart gingen deutschlandweit Tausende Kurden auf die Straße.

(Foto: dpa)

Der Kampf um Kobane bewegt auch in Deutschland viele Kurden. In mehreren Städten gehen wieder Tausende auf die Straße, um ihre Solidarität mit der syrischen Grenzstadt zu bekunden. Im Gegensatz zu den Abenden zuvor bleibt es dabei zunächst weitgehend friedlich.

In mehreren deutschen Städten sind erneut Tausende Kurden auf die Straße gegangen, um gegen die Angriffe der islamischen Terrormiliz IS zu protestieren. In Stuttgart, Mannheim und Karlsruhe zählte die Polizei rund 2400 Teilnehmer bei Demos. Sie verliefen nach Angaben der Beamten alle friedlich.

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Mit einem Sitzstreik wollten die Demonstranten die CSU für ihre Sache gewinnen.

(Foto: dpa)

In München gerieten dagegen demonstrierende Kurden mit Türken aneinander. Nach Angaben der Polizei hatte es Provokationen gegeben, als die Demonstranten durch eine Straße mit vorwiegend türkischen Geschäften zogen. Daraufhin seien mehrere Kurden auf die Passanten losgegangen, vier Kurden seien festgenommen worden.

Kurzer Sitzstreik in München

Am Nachmittag hatten kurdische Jugendliche Aufregung in der Zentrale der CSU in München ausgelöst. Etwa 15 Jugendliche und deutsche Unterstützer drangen in das Gebäude ein und traten in den Sitzstreik. Sie forderten ein härteres Vorgehen der internationalen Staatengemeinschaft gegen die islamistische Terrormiliz IS. Nach rund eineinhalb Stunden verließen sie das Gebäude und riefen "Stoppt das Massaker in Kurdistan".

Zuvor hatten die Demonstranten mit CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer telefoniert und ihre Forderungen vorgebracht. "Das Gespräch war freundlich und sachlich", sagte Mehmet Tag, einer der Jugendlichen. CSU-Sprecher Simon Rehak sagte: "Herr Scheuer hat deutlich gemacht, dass sich die CSU stark im Kampf gegen IS engagiert."

Die Demonstranten forderten zudem von der deutschen Politik, das Verbot der kurdischen PKK in Deutschland aufzuheben und einen kurdischen Staat anzuerkennen. Auch müsse die Bundesregierung den Kampf der Kurden gegen den IS logistisch, militärisch und politisch unterstützen.

In den vergangenen Tagen gab es bereits ähnliche Aktionen in mehreren europäischen Ländern. So waren etwa 50 Kurden in das Brüsseler Europaparlament eingedrungen. In Bielefeld hatten die kurdischen Studenten am Mittwoch die örtliche SPD-Geschäftsstelle vorübergehend besetzt. Im Hamburg und Celle hatte es in dieser Woche mehrfach Gewaltausbrüche bei Kurden-Demonstrationen gegeben.

Quelle: n-tv.de, jog/dpa

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