Politik

Gefallene "Trottel" genannt? Trump feuert im Streit um Zitat zurück

Eigentlich ist auf einer Frankreich-Reise von US-Präsident Trump vor zwei Jahren ein Besuch auf einem US-Militärfriedhof geplant. Doch das Wetter spielt nicht mit, Trump sagt den Termin ab. Zudem soll er auch die mehr als 1800 toten Soldaten verunglimpft haben. Trump zufolge ist das alles eine böse Lüge.

US-Präsident Donald Trump hat einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach er gefallene US-Soldaten als "Verlierer" und "Trottel" bezeichnet haben soll. "Ich habe unsere großartigen gefallenen Soldaten nie etwas anderes als Helden genannt", twitterte Trump. Den Bericht in der Zeitschrift "The Atlantic" nannte Trump "einen schändlichen Versuch, die Wahl 2020 zu beeinflussen". Am Rande einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania sagte Trump vor Journalisten zudem: "Jemand erfindet diese furchtbare Geschichte, dass ich nicht (auf den Friedhof) gehen wollte." Menschen, die diese Behauptungen in die Welt setzten, seien "Abschaum und Lügner", sagte Trump weiter. Er sei bereit zu "schwören, dass ich so etwas nie über unsere gefallenen Helden gesagt habe".

In dem Artikel von "The Atlantic" hatte es geheißen, Trump habe während einer Frankreich-Reise 2018 einen geplanten Besuch des US-Militärfriedhofs Aisne-Marne bei Paris spontan abgelehnt. Zu seinen Mitarbeitern habe der US-Präsident gesagt: "Warum sollte ich diesen Friedhof besuchen? Er ist gefüllt mit Verlierern." In dem von "Atlantic"-Chefredakteur Jeffrey Goldberg verfassten Artikel heißt es, Trump habe den geplanten Besuch in erster Linie deshalb abgelehnt, weil er befürchtete, dass seine Frisur im Regen "zerzaust" werden könnte. Offiziell hatte die US-Delegation damals erklärt, dass Trump den Friedhof nicht besuchen könne, weil sein Helikopter wetterbedingt nicht startbereit sei. In einem weiteren Gespräch auf derselben Reise habe Trump die mehr als 1800 auf dem Friedhof Aisne-Marne bestatteten US-Soldaten als "Trottel" bezeichnet, heißt es in dem Bericht weiter. Demnach gibt es für die Äußerungen vier Zeugen.

Trump offenbarte historische Wissenslücken

Kritiker verwiesen indessen auf die Verunglimpfungen Trumps des inzwischen verstorbenen republikanischen Senators John McCain. Während des Wahlkampfs 2016 hatte Trump über einen seiner größten parteiinternen Kritiker, der während des Vietnamkriegs in Gefangenschaft geraten war, gesagt, McCain sei "kein Held" und: "Ich mag Menschen, die nicht geschnappt worden sind". Dem "Atlantic"-Bericht zufolge soll Trump während der Frankreich-Reise 2018 auch historische Wissenslücken offenbart haben. Demnach fragte er seine Mitarbeiter: "Wer waren die Guten in diesem Krieg?" Dass die USA Soldaten zur Unterstützung der alliierten Franzosen nach Europa schickten, habe der Präsident nicht verstanden.

Trumps demokratischer Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl am 3. November, Joe Biden, erklärte, wenn die Anschuldigungen in dem "Atlantic"-Artikel wahr seien, seien sie ein "weiteres Zeichen dafür, wie uneinig Präsident Trump und ich uns über die Rolle des Präsidenten der Vereinigten Staaten sind". Sollte er die Präsidentschaftswahl gewinnen, werde er "sicherstellen, dass unsere amerikanischen Helden wissen, dass ich hinter ihnen stehe und ihre Aufopferung ehren werde - immer", fügte Biden hinzu.

Quelle: ntv.de, jki/AFP