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Sicherheitseinsparungen auf See Trump lässt Öl-Umweltauflagen lockern

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(Foto: imago/imagebroker)

Umweltpolitik gehört evident nicht zu US-Präsident Donald Trumps Prioritäten, Erleichterungen für die Industrie dagegen schon. Umso weniger überrascht sein neuster Vorstoß.

Die US-Regierung will die Sicherheitsstandards für Ölbohrungen auf See lockern. Sie veröffentlichte entsprechende Vorschläge, wonach Anforderungen an die Sicherheit und den Umweltschutz gesenkt werden, um Ölbohrungen im Meer künftig zu erleichtern. US-Präsident Donald Trump hatte die für die Öl-und Gasförderung auf See zuständigen Aufsichtsbehörde BSEE im April zu einer Überarbeitung des Regelwerks aufgefordert.

Indem Auflagen- und Regulierungslasten "verringert" würden, würden die heimische Öl- und Gasindustrie gestärkt und gleichzeitig hohe Sicherheits- und Umweltstandards beibehalten, führte BSEE-Chef Scott Angelle zu dem Vorschlag aus. Er sei zuversichtlich, dass eine Revision des Regelwerks zur Produktionssicherheit dem Ziel der Regierung diene, die Marktstellung auszubauen, ohne die Sicherheit zu opfern.

Konkret handelt es sich um Regelungen, nach denen die für kritische Ausrüstung verantwortlichen Kontrolleure von der BSEE offiziell zugelassen werden müssen. Außerdem sollen Bestimmungen gelockert werden, die eine sofortige Datenübermittlung von Ölplattformen an Festlandsanlagen vorsehen, wo sie von den Aufsehern geprüft werden können. Nach BSEE-Berechnungen bringen die geplanten Lockerungen der Industrie Einsparungen in Höhe von mindestens 228 Millionen Dollar (190 Millionen Euro) in den kommenden zehn Jahren. Die Öffentlichkeit kann nun 30 Tage lang zu den geplanten Änderungen Stellung nehmen.

Die verschärften Sicherheitsstandards waren nach der verheerenden Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im April 2010 eingeführt worden, bei der die BP-Bohrplattform "Deepwater Horizon" explodiert war. Elf Arbeiter kamen ums Leben. Zudem floss 87 Tage lang Öl aus einem Leck in 1500 Meter Tiefe ins Wasser - insgesamt 780 Millionen Liter. Ein über 1000 Kilometer langer US-Küstenabschnitt von Louisiana bis Florida wurde verschmutzt, Hunderttausende Seevögel starben. Der Unfall kostete den britischen Ölkonzern BP nach neuen Angaben bislang mehr als 63 Milliarden Dollar an Strafzahlungen und Schadenersatz.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP

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