Politik

Luftschläge im Nordirak Türkei greift weiter an

Die türkische Luftwaffe hat an den Weihnachtsfeiertagen mehrere Angriffe auf vermutete Stellungen kurdischer Rebellen im Nordirak geflogen. Kampfjets hätten allein am Mittwoch acht PKK-Ziele getroffen, teilte die Armee mit.

Es war die vierte Serie von Luftangriffen der türkischen Armee im Irak binnen fünf Tagen. Die Einsätze im Nachbarland und in den kurdischen Grenzgebieten würden fortgesetzt. Bei Zusammenstößen in der südosttürkischen Grenzprovinz Sirnak seien sechs PKK-Kämpfer getötet worden.

Nach Angaben der irakisch-kurdischen Sicherheitskräfte wurde bei den Luftangriffen niemand verletzt. Das Bombardement habe etwa eine Stunde lang angehalten und einer Gebirgsregion in der Provinz Dahuk gegolten, sagte ein Sprecher Sicherheitskräfte der halbautonomen Kurden-Region, in der Kämpfer der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) Unterschlupf gefunden haben.

Auch am Samstag, Sonntag und Dienstag hatte die türkische Luftwaffe Ziele im benachbarten Irak angegriffen. Sie begann ihre Offensive Mitte Dezember. Die PKK hat Berichte über zerstörte Einrichtungen und getötete Kämpfer zurückgewiesen.

"Vom Völkerrecht gedeckt"

Ministerpräsident Tayyip Erdogan verteidigte den Militäreinsatz. Die Luft- und Bodenoperationen seien vom Völkerrecht gedeckt, sagte Erdogan am Dienstag vor Funktionären seiner regierenden AKP-Partei. Der Konflikt um die auch in der EU verbotene PKK hat die Spannungen zwischen den US-Verbündeten Türkei und Irak verschärft.

Nach Vermittlung der USA hat das Nato-Mitglied Türkei von seiner ursprünglichen Drohung einer umfangreichen Invasion vorerst Abstand genommen. Bis zu 100.000 Soldaten sind aber in der bergigen Grenzregion zusammengezogen.

Die Regierung in Ankara hat den USA vorgeworfen, im Norden des Irak nicht entschlossen genug gegen PKK-Kämpfer vorzugehen. Daraufhin haben die USA damit begonnen, die Türkei mit Geheimdienstinformationen über die PKK in der Region zu versorgen. "Alles läuft gut", sagte der türkische Präsident Abdullah Gül mit Blick auf den Informationsaustausch. Beide Seiten seien zufrieden.

Quelle: ntv.de