Politik

Atomstreit mit dem Iran Türkei will vermitteln

Der Iran und der Westen nähern sich im Atomstreit an. Teheran will die Gespräche über das Nuklearprogramm wieder aufnehmen. Die Türkei tritt dabei als Vermittler auf, um damit seine internationale Stellung stärken.

In dem seit Jahren schwelenden Atomstreit zwischen dem Westen und Iran startet die Türkei einen neuen Vermittlungsversuch. Der Iran sei ebenfalls dafür, Verhandlungen mit der Europäischen Union über das umstrittene Nuklearprogramm wieder aufzunehmen, sagte der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem iranischen Kollegen Ali Akbar Salehi in Teheran. Die Konferenz wurde live im iranischen Fernsehen übertragen. Als Ort für die Gespräche schlug Salehi die Türkei vor. Zuvor hatte Russlands Präsident Dmitri Medwedew nach einem Telefonat mit Präsident Mahmud Ahmadinedschad Anzeichen für ein Einlenken Teherans gesehen.

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Irans Außenminister Ali Akbar Salehi (l.) und sein türkischer Kollege Ahmet Davutoglu

(Foto: picture alliance / dpa)

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hatte zuvor dem Iran mitgeteilt, dass die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats - die USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China - sowie Deutschland zu neuen Beratungen bereit seien. Der Iran hatte die Staatengemeinschaft vor einem Jahr bei Gesprächen in Istanbul zur Lösung des Atomstreits abblitzen lassen. Der Iran steht im Verdacht, heimlich an Nuklearwaffen zu arbeiten.

Die Europäische Union will die Regierung in Teheran mit einem Ölembargo unter Druck setzen. Die Mitgliedstaaten hatten sich am Mittwoch grundsätzlich auf ein Importverbot geeinigt. Der Iran zeigte sich unbeeindruckt von der Ankündigung, obwohl die EU mit einer Ölmenge von etwa 450.000 Fass pro Tag nach China der größte Abnehmer für iranisches Erdöl ist. Die USA begrüßten die Entscheidung der EU als Mittel, um den wirtschaftlichen Druck auf die Regierung in Teheran zu erhöhen. Die Regierung in Washington hatte erst vor wenigen Tagen Finanzsanktionen in Kraft gesetzt.              

Quelle: n-tv.de, rts/dpa

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