Politik

"KSK fast immer dabei" USA fordern mehr Einsätze

Das deutsche Kommando Spezialkräfte (KSK) soll nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" verstärkt an Kampfeinsätzen in Afghanistan beteiligt werden. Zugleich meldet die Zeitung, die Bundeswehr sei nach Aussagen ranghoher deutscher Offiziere "bei nahezu allen Einsätzen dabei, bei denen hinterher von Seiten des amerikanischen Kommandos nur über Aktionen amerikanischer und britischer Einheiten gesprochen wird".

Das Blatt zitiert Bundeswehr-Offiziere, die in die amerikanische Einsatzführung des Central Command eingebunden sind, mit den Worten, dass die USA auf eine "stärkere und öffentlich wahrnehmbarere Rolle" der deutschen Kampfeinheiten dringen. Hintergrund für den Wunsch nach verstärktem Einsatz sei die Entscheidung Kanadas, seine Spezialkräfte abzuziehen, schreibt die Zeitung. Damit werde die Rolle der deutschen KSK-Soldaten nochmals vergrößert.

Dem Bericht zufolge unterdrückt das deutsche Verteidigungsministerium Informationen zur Beteiligung der KSK-Soldaten an US-Einsätzen. US-Oberbefehlshaber General Tommy Franks habe bereits mehrfach die Beteiligung deutscher Soldaten an gefährlichen Einsätzen öffentlich machen wollen, sei aber vom deutschen Verteidigungsministerium daran gehindert worden, schreibt die "FAS".

Zwischen der Bundesregierung und dem US-Verteidigungsministerium war es in der Vergangenheit bereits mehrfach zu Verstimmungen gekommen, weil aus Kreisen des Pentagon auf die Beteiligung deutscher KSK-Soldaten an Kampfeinsätzen hingewiesen wurde. Im März hatte Verteidigungsminister Rudolf Scharping auf entsprechende Meldungen mit dem Hinweis reagiert, deutsche Spezialkräfte würden "in laufenden Operationen" eingesetzt. "Was sie im Einzelnen tun, wird aus Gründen der Sicherheit geheim gehalten", so Scharping damals.

Die Informationspolitik der Bundesregierung wird der "FAS" zufolge auch in einem Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags kritisiert. Es bestehe auch im Zusammenhang mit KSK-Einsätzen eine "umfassende Auskunftspflicht der Bundesregierung", heißt es darin. Ausnahmen seien von der Regierung im Einzelnen darzulegen. "Die pauschale Behauptung der Gefährdung deutscher Soldaten genügt dazu nicht, da dies per se mit der Tätigkeit in bewaffneten Streitkräften verbunden ist", zitiert die Zeitung.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.