Politik

Kiew bittet Nato-Staaten um Waffen Separatisten schießen Kampfjet ab

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Ein Gemüsehändler in Donezk. Die Stadt ist durch die anhaltenden Kämpfe stark zerstört.

(Foto: REUTERS)

Die prorussische Rebellen feuern auf ukrainische Kampfjets und treffen. Dabei soll es Tote und Verletzte geben. Kiew bittet derweil um Waffen aus Nato-Beständen - und will dem Bündnis beitreten.

Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben nach eigener Darstellung vier Kampfjets der Luftstreitkräfte der Ex-Sowjetrepublik abgeschossen. Die Maschinen vom Typ Suchoi Su-25 seien im Raum Donezk vom Himmel geholt worden, teilten die militanten Aufständischen mit. Es habe Tote und Verletzte gegeben. Genaue Angaben zum Absturzort wurden jedoch nicht gemacht.

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Die ukrainische Armee liefert sich im Osten des Landes heftige Kämpfe mit den Separatisten.

(Foto: REUTERS)

Die Kampfjets hätten versucht, Stellungen der "Armee Noworossija" (Armee Neurussland) in der selbst ernannten Volksrepublik Donezk zu beschießen. Das urkrainische Militär bestätigte unterdessen den Abschuss von einem Jet. Der Pilot hätte sich nach diesen Angaben per Schleudersitz retten können. Die Separatisten haben bereits mehrfach ukrainische Militärflugzeuge über der Ostukraine abgeschossen.

Kiew braucht militärische Hilfe

Die Regierung in Kiew bittet unterdessen um Unterstützung durch die Nato im Kampf gegen die Separatisten. "Was wir brauchen, ist mehr Hilfe, auch militärisch", sagte der ukrainische Nato-Botschafter Igor Dolgow in Brüssel. "Es ist klar, dass die Nato uns nicht mit Soldaten helfen kann, das erwarten wir auch nicht von den Mitgliedstaaten", sagte er. Die Ukraine wolle jedoch Waffen von der Nato erhalten. Die Nato steht in dem Konflikt des Landes mit Russland und den Separatisten in der Ostukraine hinter der Regierung in Kiew.

Die USA schließen jedoch ebenso wie Deutschland ein militärisches Eingreifen des Westens in der Ukraine aus. Bei einem Angriff auf osteuropäische Bündnisstaaten und Nato-Partner seien die USA aber bereit, diese mit Waffengewalt "sehr ernsthaft" zu verteidigen, sagte Präsident Barack Obama.

Erneuter Anlauf zum Nato-Beitritt

Auch die Bemühungen um eine Aufnahme in das westliche Militärbündnis will Kiew wieder aufnehmen. Ministerpräsident Arseni Jazenjuk begründete dies bei einer Kabinettsitzung mit der russischen "Aggression", die mit der Unterstützung der prorussischen Separatisten durch Moskau verknüpft sei. Seine Regierung werde einen Gesetzentwurf einbringen, um "den blockfreien Status zu beenden und auf den Weg zum Nato-Beitritt zurückzukehren".

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte in Brüssel, die Allianz werde es "vollkommen respektieren", wenn das ukrainische Parlament entscheide, die bisherige Politik zu ändern. "Denn wir verfolgen das Prinzip, dass jedes Land das Recht hat, ohne Einmischung von außen darüber zu entscheiden."

2008 war die Ukraine trotz Unterstützung der USA mit einem Antrag auf Nato-Mitgliedschaft gescheitert und erhielt stattdessen lediglich eine symbolische Beitrittsperspektive ohne Datum. Russland ist strikt dagegen, dass sein westlicher Nachbar von der Nato aufgenommen wird.

Quelle: ntv.de, mli/dpa/AFP