Politik
Täglich prallen Demonstranten, Sicherheitskräfte und paramilitärische Gruppen aufeinander.
Täglich prallen Demonstranten, Sicherheitskräfte und paramilitärische Gruppen aufeinander.(Foto: dpa)
Mittwoch, 26. Februar 2014

Blutige Proteste gegen Regierung und Verbündete: Venezolaner demonstrieren gegen Kuba

700 Festgenommene, 150 Verletzte, mehrere Tote - und kein Ende in Sicht: In Venezuela demonstrieren Regierungsgegner weiter gegen Präsident Maduro. Jetzt richten sich die Proteste auch gegen eine angebliche Einmischung Kubas.

Gegner und Anhänger der Links-Regierung sind in Caracas erneut auf die Straße gegangen. Die Polizei war massiv im Einsatz. Studenten zogen in Richtung kubanische Botschaft, um gegen die angebliche Einmischung Kubas zu protestieren. Die Oppositionspolitikerin Gabriela Arellano forderte Kuba auf, seine Militärvertreter aus Venezuela abzuziehen. Auch Anhänger der Regierung machten in der der Hauptstadt mobil.

Bei den Unruhen sind nach offiziellen Angaben seit 12. Februar 13 Menschen getötet und über 150 verletzt worden. Die Opposition gibt paramilitärischen Unterstützergruppen der Regierung und der Polizei die Schuld für die Gewalteskalation. Die Studenten demonstrieren gegen die Regierung, die sie verantwortlich machen für die Wirtschaftskrise, Behördenwillkür und die hohe Kriminalitätsrate in Venezuela. Staatschef Nicolás Maduro sieht in den Protesten einen Putschversuch "faschistischer Banden".

712 Menschen festgenommen

Der Oppositionspolitiker und Gouverneur des Bundesstaates Miranda, Henrique Capriles, bat die katholische Kirche um Vermittlung für einen "echten Dialog". Maduro seinerseits lud zu einer "Konferenz des Friedens" ein. Einem ersten Treffen war Capriles zuvor aber ferngeblieben.

Laut Maduro wurden bei den Demonstrationen bislang 712 Menschen festgenommen, von denen 48 noch in Haft säßen. Einigen von ihnen werde Mord und Waffengebrauch zur Last gelegt. Maduro nahm die Einheiten der militarisierten Polizei in Schutz, ohne deren Arbeit es heute den Frieden in über 90 Prozent des Landes nicht geben würde.

USA weisen Diplomaten aus

Die Frau des seit einer Woche inhaftierten Oppositionellen Leopoldo López kritisierte die Regierung. Sie habe "nicht den geringsten Zweifel, dass wir in einer Diktatur leben", sagte Lilian Tintori der chilenischen Tageszeitung "El Mercurio". Ihr Mann sei in dem Gefängnis in einer zwei mal zwei Meter großen Zelle isoliert und ohne Zugang zu Informationen, berichtete sie weiter. López hatte sich freiwillig den Behörden gestellt, die ihm Anstiftung zur Gewalt vorwerfen.

Die USA haben derweil drei Diplomaten der venezolanischen Botschaft in Washington des Landes verwiesen. Damit reagierten die USA auf die Ausweisung von drei Konsularbeamten der US-Botschaft in Caracas, die Venezuelas Präsident Nicolás Maduro Mitte Februar verfügt hatte.

Quelle: n-tv.de