Politik

Paul Ziemiak im "ntv Frühstart" "Volkspartei-Idee vielleicht modern wie nie"

Die CDU feiert ihr 75-jähriges Bestehen. 1990 hatte die Partei noch 800.000 Mitglieder, mittlerweile ist es nur noch die Hälfte. Generalsekretär Paul Ziemiak sieht für Volksparteien trotzdem eine Zukunft.

Der Generalsekretär der CDU, Paul Ziemiak, macht sich zum 75-jährigen Gründungsjubiläum seiner Partei für die Idee der Volksparteien stark. "Gerade jetzt ist die Idee der Volkspartei so modern wie vielleicht noch nie", sagte er im "ntv Frühstart".

Ziemiak zeigte sich aber auch besorgt über die sinkenden Mitgliederzahlen und den "Rückgang von Engagement" in festen Strukturen. "Wir erleben das in Parteien, bei uns und bei anderen, wir erleben es in kirchlichen Organisationen, wir erleben es auch im Vereinswesen, dass Menschen sich langfristig als Mitglied nicht mehr so stark engagieren wie früher." Der Grund dafür sei, dass die "Bindungskräfte nachlassen", so Ziemiak. Weiter sagte er: "Man will sich nicht verpflichten, für eine lange Zeit offiziell in einer Struktur dabei zu sein." Die Menschen wollten vielmehr "projektbezogen arbeiten".

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Paul Ziemiak: Haben aus Rezo-Video die "richtigen Schlüsse gezogen".

(Foto: imago images/photothek)

Auf die Frage, warum in der CDU der Anteil der Frauen geringer sei als in anderen Parteien, sagte Ziemiak: "Wir brauchen mehr Frauen, wir brauchen mehr junge Leute." Deswegen habe die Partei eine Struktur- und Satzungskommission geschaffen, um diese Frage zu klären. Man sei hier "in der letzten Phase". Konkret wolle man in der Zukunft stärker darauf achten, wie sich "Beruf, Familie und Politik" vereinbaren ließen. "Viele klagen darüber, dass Sitzungen endlos dauern, dass man sich nicht darauf verlassen kann, dass es mal ein Ende findet. Die Vereinbarkeit, also die Frage von Familie, Beruf und Politik, die wollen wir auflösen, mit ganz konkreten Vorgaben, auch für vor Ort", sagte Ziemiak ntv.

CDU "wahrscheinlich digitalste Partei in Deutschland"

Aus der Debatte um das kritische Video ("Die Zerstörung der CDU") des Youtubers Rezo aus dem vergangenen Jahr habe die CDU wiederum die "richtigen Schlüsse gezogen", sagte Ziemiak. "Wir haben viel in der Kommunikation umgestellt. Wenn sie sich daran erinnern, als jemand versucht hat, uns den Buchstaben des 'C' zu klauen während des letzten Parteitages - ich glaube, unsere Reaktion, unsere Kommunikation, verbunden auch mit inhaltlichen Argumenten, die war ganz gut", sagte der Generalsekretär.

Mittlerweile sei man "gerade in der digitalen Kommunikation wahrscheinlich die digitalste Partei in Deutschland". Der CDU-Politiker warnte aber auch, dass man sich inhaltlich nicht verstellen dürfe. Vielmehr müsse man sich überlegen, auf welchen Kanälen die Partei kommuniziere. "Wir sind eine Volkspartei, wir haben klare Grundsätze und wenn wir das erklären, dann sehen wir gerade auch heute, dass unsere Zustimmung bei jungen Menschen deutlich höher ist als noch vor einem Jahr", so Ziemiak.

Quelle: ntv.de, psa