Politik

Blutige Kämpfe im Nordirak Vorrücken auf PKK-Zentrale

Bei dem Vormarsch türkischer Soldaten auf das Hauptquartier der Kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nordirak gab es neue blutige Kämpfe. Wie der türkischer Generalstab mitteilte, starben seit Beginn der Offensive insgesamt 170 Menschen. Seit dem Vortag seien 41 PKK-Mitglieder und zwei türkische Soldaten getötet worden. Türkische Truppen seien bei ihrer Offensive bis zu 25 Kilometer tief in das Gebiet des Nachbarlandes eingedrungen, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Dogan.

Die türkischen Soldaten rückten dabei mit Unterstützung von Kampfflugzeugen gegen das PKK-Hauptquartier im schwer zugänglichen, unwegsamen Kandil-Gebirge vor, unweit der Grenze zum Iran. Nach Angaben der irakischen Kurden gab es neue schwere Kämpfe zwischen türkischen Soldaten und der PKK in der Nähe des Zab-Flusses.

"Wir wiederholen, dass sich die Bodenoffensive nur gegen die PKK richtet und unsere Truppen in die Türkei zurückkehren, sobald das Ziel des Einsatzes erreicht ist", sagte der türkische Regierungssprecher Cemil Cicek. Der türkische Generalstab hatte die irakischen Kurden aufgefordert, die als Terrororganisation eingestufte PKK nicht zu unterstützen und PKK-Kämpfern keinen Unterschlupf zu gewähren.

Mehrfach zurückgedrängt

Die kurdische Nachrichtenagentur Peyamner, die ihren Sitz in der nordirakischen Stadt Erbil hat, meldete, die PKK habe in dem Gebiet am Zab-Fluss 24 türkische Soldaten getötet. Den türkischen Truppen sei es nicht gelungen, alle Leichen zu bergen, da sie von den PKK- Kämpfern mehrfach zurückgedrängt worden sei. Aus einem anderen grenznahen Gebiet meldete Peyamner eine Luftlandeoperation der türkischen Armee. Diese habe 300 Fallschirmspringer abgesetzt, die sich nun heftige Gefechte mit den PKK-Milizionären lieferten.

Der radikale irakische Schiiten-Prediger Muktada al-Sadr forderte die türkische Regierung auf, ihre Armee aus dem Irak abzuziehen. "Wir fordern von unserem Nachbarland Türkei, von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und von dem türkischen muslimischen Volk, dass sie sich für Frieden und Stabilität in der Region einsetzen", hieß es in einer in der Stadt Nadschaf veröffentlichten Erklärung Al-Sadrs.

Türkische Politiker versammelten sich in Ankara zur Beisetzung mehrerer Soldaten. Auch mehrere tausend Trauernde nahmen an der Beerdigung teil. Viele von ihnen trugen türkische Fahnen. Die PKK wird auch in der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft.

Quelle: ntv.de