Politik

"Israel verstärkt Antisemitismus" Vorwürfe von Erdogan

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat Israel vorgeworfen, mit seinem Vorgehen gegen die Palästinenser den Antisemitismus in der Welt zu verstärken. "Wir haben keinerlei Probleme mit dem israelischen Volk", sagte Erdogan in Ankara vor den Abgeordneten seiner islamisch- konservativen Regierungspartei AKP.

"Aber was die israelische Führung zurzeit macht, festigt leider den Antisemitismus in der Welt." Früher seien die Juden unterdrückt worden, heute werde das palästinensische Volk unterdrückt. Erdogan hatte der israelischen Regierung bereits früher Staatsterrorismus im Umgang mit den Palästinensern vorgehalten.

Im Nahen Osten gingen unterdessen die blutigen Auseinandersetzungen weiter. Ein israelischer Kampfhubschrauber beschoss am im Westjordanland ein Auto mit einer Rakete und tötete drei militante Palästinenser. Wie Augenzeugen berichteten, ereignete sich der Angriff in einem Flüchtlingslager der Stadt Nablus.

Nach einem Bericht des israelischen Armeesenders handelt es sich bei den Getöteten um Chalil Marschud, den Kommandeur der Al-Aksa-Brigaden im Flüchtlingslager Balata, und dessen Begleiter.

Bei einem versuchten Anschlag auf einen Armeeposten im südlichen Gazastreifen mit einer Autobombe wurde ein Palästinenser getötet. Ein Berater des Palästinenserpräsidenten sagte, Jasir Arafat sei offen für einen Gebietsaustausch mit Israel.

Grundlage dafür müsse aber sein, dass sich Gebiete in Größe und Qualität entsprechen, sagte Dschibril Radschub im israelischen Rundfunk. "Jassir Arafat versteht Israels demographische Sorgen als Staat für die Juden", sagte er weiter.

Ministerpräsident Ariel Scharon hatte erklärt, er wolle mehrere jüdische Siedlungsblocks im Westjordanland als Teil seines Plans zur Abtrennung von Palästinensergebieten dauerhaft annektieren. Er hat jedoch kein Angebot zu einem Gebietstausch gemacht.

Quelle: ntv.de