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EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard warf einer Reihe von Ländern vor, Fortschritte bei der Konferenz bewusst zu blockieren.
EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard warf einer Reihe von Ländern vor, Fortschritte bei der Konferenz bewusst zu blockieren.(Foto: picture alliance / dpa)
Samstag, 23. November 2013

Streit verhindert Einigung: Warschauer Klimakonferenz wird verlängert

Die UN-Klimakonferenz geht nach elf Tagen in die Verlängerung. Den Delegierten gelingt es bisher nicht, sich in entscheidenden Punkten zu einigen - stattedessen kommt es sogar zu einem offenen Streit zwischen der EU und einigen Entwicklungsländern.

Die UN-Klimakonferenz in Warschau wird länger dauern als geplant. Hinter verschlossenen Türen rangen die Delegierten am elften Verhandlungstag auch weit nach Mitternacht noch um ein Abschlusspapier. Das Ende der Konferenz war ursprünglich für den Freitag angesetzt worden. Ihr Ziel ist es, die Grundlagen für einen neuen Weltklimavertrag zu schaffen, der 2015 in Paris werden soll.

Eine offene Frage blieb bis zuletzt, bis zu welchem Zeitpunkt einzelne Länder neue Klimaschutzziele vorlegen sollen. Am Freitag wurde bereits ein Rahmenpapier vereinbart, das festlegt, unter welchen Bedingungen arme Länder Geld für den Schutz ihrer Wälder erhalten können.

Streit zwischen EU und Entwicklungsländern

Bei den Verhandlungen kam es zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen der Europäischen Union und einer Gruppe von Schwellen- und Entwicklungsländern. Die EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard beschuldigte einige Länder, darunter China und Indien, am Ende der Konferenz Fortschritte blockieren zu wollen. Der Wirtschaftsaufschwung der beiden Milliardenstaaten geht mit einem hohen Verbrauch an fossiler  Energie einher. Sie wollen erreichen, dass ihnen im Vergleich zu den Industriestaaten geringere CO2-Einsparungen abverlangt werden.

Während die EU sich bemühe, bis Ende 2015 endlich ein allgemein verbindliches Klimaschutzabkommen hinzubekommen, stelle sich dem die sogenannte Gruppe LMDC (like minded developing countries), der gleichgesinnten Entwicklungsländer, in den Weg, sagte Hedegaard zu Journalisten in der polnischen Hauptstadt.Diese aus einem Dutzend Länder bestehende Gruppe (darunter auch Venezuela, Bolivien und Saudi-Arabien) denke "anders" und wolle eine "Brandmauer" zwischen entwickelten und in Entwicklung begriffenen Staaten ziehen. Für die Europäische Union ist das in den Worten der Kommissarin "inakzeptabel". Die LMDC-Gruppe zeigte sich "schockiert" über Hedegaards Vorstoß.

Die venezolanische Klimagesandte Claudia Salerno sagte, Verhandlungspartner bei den Medien "anzugreifen", sei "vollkommen unannehmbar". Sie verwies zudem auf die geringen Erfolge der EU bei der Verringerung der Treibhausgase und den Stillstand bei der Frage der Finanzhilfe für die Dritte Welt.

Quelle: n-tv.de