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Angst vor Terroranschlägen Westen macht Botschaften dicht

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Jemenitische Sicherheitskräfte patrouillieren in der Hauptstadt Sanaa.

(Foto: picture alliance / dpa)

Westliche Staaten schließen Botschaften in Nahost - aus Angst vor Anschlägen. Wie konkret die Gefahr ist, bleibt im Dunkeln. Die USA geben eine weltweite Reisewarnung heraus. Deutschland schließt am Sonntag und Montag seine Vertretung im Jemen. Laut Experten hängt die erhöhte Terrorgefahr mit dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan zusammen.

Aus Angst vor Terroranschlägen der Al-Kaida und anderer Terrororganisationen schließen mehrere westliche Länder am Wochenende vorübergehend Botschaften im Nahen Osten. Die USA gaben wegen erhöhter Terrorgefahr eine weltweite Reisewarnung heraus und kündigten an, 21 Botschaften und Konsulate in Nahost am Sonntag nicht zu öffnen.

Präsident Barack Obama ordnete nach Angaben eines Regierungsvertreters "alle geeigneten Schritte" zum Schutz von US-Bürgern an. Der Staatschef werde "über die möglichen Bedrohungen" auf der Arabischen Halbinsel auf dem Laufenden gehalten.

Die deutsche Vertretung im Jemen bleibe am Sonntag und Montag aus Sicherheitsgründen geschlossen, sagte ein Außenamtssprecher in Berlin, ohne weitere Details zu den Hintergründen zu nennen. Auch Großbritannien schließt seine Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa an diesen beiden Tagen. Eine Sprecherin des britischen Außenministeriums sagte, es handele sich um eine "Vorsichtsmaßnahme".

Nach Angaben des US-Außenministeriums gibt es Hinweise, dass Al-Kaida oder befreundete Terrororganisationen Anschläge planten. Besonders gefährdet seien der Nahe Osten, Nordafrika sowie die Arabische Halbinsel. Die Gefahr bestehe bis Ende August. Terroristen könnten besonders US-Ziele ins Visier nehmen, aber auch den öffentliche Verkehr oder touristische Infrastruktur. Das State Department wies ausdrücklich darauf hin, dass Al-Kaida in der Vergangenheit Flugzeuge, Züge und U-Bahnen sowie Schiffe angegriffen habe.

Keine konkreten Hinweise auf Anschläge

Eine derartige weltweite Reisewarnung ("Travel Alert") gilt als außergewöhnlich: Ansonsten warnt das State Department in aller Regel vor Reisen in bestimmte Länder. Ein "Travel Alert" gilt als eine kurzfristige, ein "Travel Warning" als langfristige Warnung. Konkrete Hinweise auf Anschläge gab es allerdings nicht.

Das Auswärtige Amt in Berlin veränderte seine Sicherheitshinweise für deutsche Staatsbürger zunächst nicht. Die Sicherheitsvorkehrungen für die deutschen Botschaften würden permanent der aktuellen Sicherheitslage angepasst, sagte der Sprecher. "Wir stehen dazu in engem Kontakt zu unseren Verbündeten."

Experten meinen, dass die erhöhte Terrorgefahr mit dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan zusammenhänge. Zudem nähere sich das Datum des 11. September, an dem 2001 bei den Terrorangriffen in New York und Washington rund 3000 Menschen starben. Vor einem Jahr wurden bei einem Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi vier US-Diplomaten getötet.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa/AFP

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