Politik

Reise nach Rio Wie Putin die Welt sieht

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Erster Halt: Kuba. Putin beginnt seine Reise bei einem alten Verbündeten.

(Foto: AP)

Der russische Präsident Putin fliegt nach Lateinamerika zu einem Treffen der Brics-Gruppe. Diese Gemeinschaft von Schwellenländern sieht er als Gegengewicht zum Westen. Am Sonntag trifft Putin Kanzlerin Merkel - beim WM-Finale in Rio.

Anlässlich einer Reise nach Lateinamerika hat der russische Präsident Wladimir Putin seine Vorstellungen von einer neuen Weltordnung umrissen. Vor allem die Brics-Gruppe der aufstrebenden Wirtschaftsnationen, die in der kommenden Woche in Brasilien zu einem Gipfel zusammenkommt, versteht er als Gegengewicht zum Einfluss des Westens und der USA.

Zur Brics-Gruppe gehören Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. "Immer mehr Länder" sähen das Potenzial dieser Gemeinschaft, sagte Putin in einem Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur Itar-Tass und der kubanischen Nachrichtenagentur Prensa Latina. Eine schrittweise Erweiterung der Brics-Gruppe werde daher vermutlich in der Zukunft zum Thema werden. Einem raschen Beitritt Argentiniens erteilte Putin allerdings eine Absage.

Mit Blick auf Brasilien sagte er, das Land sei "strategisch wichtig", da sein Einfluss in der Welt stetig zunehme. "Ich bin sicher, dass dieses leistungsstarke und sich schnell entwickelnde Land dazu bestimmt ist, eine wichtige Rolle in der sich herausbildenden polyzentrischen Weltordnung zu spielen."

Das 21. Jahrhundert sei von wechselseitiger Abhängigkeit geprägt. Ohne die USA namentlich zu nennen, sagte Putin: "Daher kann kein Staat und keine Gruppe von Ländern einseitig die großen internationalen Probleme bewältigen, und jeder Versuch, eine 'Oase der Stabilität und Sicherheit' aufzubauen, ist zum Scheitern verurteilt."

Ebenfalls ohne die USA zu erwähnen, kritisierte Putin staatliche Cyberspionage. Es sei nicht nur "Heuchelei", wenn "Alliierte und Partner" ausgeforscht würden, sondern auch ein Bruch staatlicher Souveränität, eine Verletzung der Menschenrechte sowie der Privatsphäre. Über russische Spionage sprach er nicht. Nach Angaben des deutschen Verfassungsschutzes spioniert Russland seinerseits verstärkt in Deutschland.

Putin wichtiger als Fußball

An diesem Freitag wird Putin in der kubanischen Hauptstadt Kuba erwartet. Von dort reist er am Samstag weiter nach Argentinien, wo er Staatspräsidentin Cristina Kirchner treffen will. Kirchner ist an einer Kehlkopfentzündung erkrankt und wird deshalb nicht zum WM-Finale reisen, den russischen Präsidenten will sie jedoch empfangen.

Putin selbst will sich das Endspiel zwischen Deutschland und Argentinien am Sonntag in Rio de Janeiro ansehen; nach russischen Angaben könnte dort ein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel stattfinden. Russland ist 2018 Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft. Grund für Putins Reise ist jedoch nicht in erster Linie die WM, sondern das Treffen der Brics-Gruppe am 15. und 16. Juli in Brasilien.

Quelle: ntv.de, hvo

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