Politik

Forsa-Umfrage zur Stimmung Wie sehr bewegt die Corona-Krise das Land?

Viele Menschen wollen getestet werden, doch so viele Tests können derzeit gar nicht gemacht werden.

Viele Menschen wollen getestet werden, doch so viele Tests können derzeit gar nicht gemacht werden.

(Foto: REUTERS)

Die Ereignisse überschlagen sich täglich: Steigende Corona-Infektionszahlen, geschlossene Geschäfte und eine Debatte über Ausgangssperren - wie sehr beunruhigt das alles die Bürgerinnen und Bürger? Eine Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL/ntv gibt Antworten.

"Die Lage ist ernst", sagte Kanzlerin Angela Merkel zur Corona-Krise und ermahnte die Bürger: "Nehmen Sie es auch ernst". Doch das tun offenbar noch immer nicht alle Bundesbürger. Zwar ist der Anteil derer, die sich wegen des Coronavirus Sorgen machen, von 25 Prozent Ende Januar auf aktuell 43 Prozent angestiegen, aber noch immer ist über die Hälfte aller Bundesbürger (57 Prozent) wegen Corona nicht sonderlich beunruhigt.

Allerdings gibt es extreme Unterschiede zwischen jungen und alten Bürgern: Während sich fast 90 Prozent der 18- bis 29-Jährigen keine Sorgen machen, ist eine Mehrheit der über 60-Jährigen (57 Prozent) besorgt.

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Ihr Verhalten haben wegen des Coronavirus inzwischen 69 Prozent der Bundesbürger geändert - wiederum in erster Linie die über 60-Jährigen, von denen sich nur 17 Prozent in der Krise so verhalten wie davor. Von den 18- bis 29-Jährigen haben es bisher 61 Prozent für nicht notwendig erachtet, ihr Verhalten an die ernste Lage anzupassen. Und insgesamt beschränkt sich die Verhaltensänderung weitgehend darauf, sich häufiger als früher die Hände zu waschen (das gaben 60 Prozent an). Massenveranstaltungen oder den öffentlichen Nahverkehr meiden dagegen nur 37 Prozent.

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Dabei werden die beschlossenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie von der großen Mehrheit der Bürger (80 Prozent) durchaus für angemessen und richtig erachtet. Die bisherige Arbeit der Bundesregierung in der Corona-Krise bewerten zwei Drittel der Befragten als gut, nur 37 Prozent als weniger gut oder schlecht. Als gut bewertet die Arbeit der Regierung eine Mehrheit aller Parteianhänger - mit einer einzigen Ausnahme: Nur 15 Prozent der AfD-Anhänger sind mit der bisherigen Arbeit der Bundesregierung zufrieden, 85 Prozent weniger oder gar nicht.

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Söder und Spahn werden Führungsqualitäten bescheinigt

Lässt man die Bundesbürger einschätzen, wer in der Corona-Krise Führungskompetenz beweist und Durchsetzungskraft zeigt, dann werden vor allem Markus Söder, Jens Spahn und Merkel diese Qualitäten bescheinigt. Der grünen Doppelspitze, Annalena Baerbock und Robert Habeck, sowie zwei der drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz, Norbert Röttgen und Friedrich Merz, sowie dem neuen SPD-Führungs-Duo, Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, werden hingegen wenig Führungserfahrung und Durchsetzungskraft zugeschrieben.

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Die einstige Abwertung der Arbeit der Bundesregierung als "grottenschlecht" durch Friedrich Merz verfängt in der Corona-Krise nicht mehr. Auch seine Ankündigung, der CDU zu einem neuen Aufbruch zu verhelfen, wird vor dem Hintergrund der aktuellen Krise eher als verbale Worthülse, nicht jedoch als Ausweis tatkräftiger Führung bewertet. Ihm trauen deshalb - ebenso wie Norbert Röttgen - in der konkreten Situation nur wenig Durchsetzungsvermögen zu.

Das gilt allerdings auch für die Doppelspitze der Grünen, die zwar überwiegend als sympathisch eingeschätzt wird, der die Befragten aber bei konkreten Problemlagen die notwendige Kompetenz nicht zubilligen. Das neue SPD-Führungsduo wird von ihnen überwiegend weder als sympathisch noch als kompetent eingeschätzt.

Quelle: ntv.de, sgu