Politik

Heer, Kampfjets und Chemie-Waffen Worauf sich Gaddafi militärisch stützt

Vor Beginn des Volksaufstands konnte sich der langjährige libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi auf dem Papier auf eine Armee von 76.000 aktiven Soldaten mit 2000 Panzern, 374 Flugzeugen und einigen Schiffen stützen. Allerdings sind viele Soldaten samt Ausrüstung und Gerät zu den Rebellen übergelaufen, deren Stärke sich nur schwer einschätzen lässt. Die Elitetruppen, die von Gaddafis Angehörigen oder Vertrauten befehligt werden, stehen jedoch unverändert zum Revolutionsführer. Nachfolgend eine Übersicht über die bewaffneten Kräfte in dem nordafrikanischen Land.

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Viele libysche Soldaten sind zu den Aufständischen übergelaufen.

(Foto: REUTERS)

HEER
Mit etwa 50.000 Soldaten ist das Heer die größte der drei Teilstreitkräfte. Viele der etwa 2000 Kampfpanzer sollen nicht einsatzbereit sein. Hinzu kommen etwa 1000 Schützenpanzer, 945 gepanzerte Mannschaftstransporter und mindestens 424 Flugabwehrraketen. Wegen internationaler Sanktionen gilt die Armee als geschwächt. Um den Aufstieg möglicher Rivalen unter den Heerführern zu verhindern, setzte Gaddafi vor allem auf Sondereinheiten, die aus Angehörigen seines Stammes bestehen und von Verwandten befehligt werden. An den Kämpfen gegen die Rebellen sollen auch afrikanische Söldner beteiligt sein.

LUFTWAFFE
Experten zufolge sind viele der 374 Maschinen, die für Kämpfe eingesetzt werden können, nicht flugtauglich. Ein Großteil der 227 reinen Kampfflugzeuge ist sowjetischer Bauart, aus Frankreich kommen Mirage-Jets. Zu Beginn der Kämpfe desertierten zwei Flugzeugbesatzungen nach Malta. Auf dem Papier ist die Luftwaffe 18.000 Mann stark.

MARINE
Die Seestreitkräfte einschließlich der Küstenwache sind 8000 Soldaten stark. Zu den insgesamt 19 Schiffen gehören zwei dieselgetriebene Unterseeboote sowjetischer Bauart. Experten zweifeln seit langem an der Einsatzfähigkeit der aus den 1980er Jahren stammenden Boote.

CHEMIE-WAFFEN
Gaddafi soll noch über etwa 9,5 Tonnen Senfgas an einem geheimen Ort in der Wüste verfügen. Allerdings hat er nach Angaben der Organisation für das Verbot chemischer Waffen keine Möglichkeit mehr, dieses einzusetzen.

Quelle: ntv.de, rts

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