Politik

Bundesweite Friedensdemos Zehntausende protestieren gegen Ukraine-Krieg

"Solidarität ist das Gebot der Stunde", verkündet Verdi-Vorsitzender Werneke. In diesem Sinne protestieren in mehreren deutschen Städten erneut Zehntausende Menschen gegen Putins Einmarsch in die Ukraine. Die Demonstrierenden treten für ein Europa der Abrüstung und der Verständigung ein.

Zehntausende Menschen haben sich am Mittag in mehreren deutschen Städten versammelt, um für Frieden in der Ukraine zu demonstrieren. Nach Angaben des Bündnisses "Stoppt den Krieg" nahmen insgesamt rund 125.000 Menschen an Demonstrationen in Berlin, Frankfurt am Main, Leipzig, Stuttgart und Hamburg teil.

"Es kamen viel mehr Menschen als erwartet", sagte eine Sprecherin des Naturschutzbundes BUND Baden-Württemberg, die zu den Mitveranstaltern der Demonstration in Stuttgart zählen. Dort sollen sich rund 35.000 Menschen versammelt haben, unter anderem auch viele Familien. Die Kundgebung in der Stuttgarter Innenstadt war die bislang größte ihrer Art in Baden-Württemberg gegen Russlands Krieg.

Die hinter "Stoppt den Krieg" stehenden 42 Organisationen wie der DGB, Greenpeace, Diakonie und Brot für die Welt forderten den russischen Präsidenten Wladimir Putin in einem zuvor veröffentlichten Aufruf auf, seinen Angriffskrieg in der Ukraine sofort zu beenden und sich aus dem Land zurückziehen. Ziel seien "Friedensverhandlungen, die in einem atomwaffenfreien Europa, gemeinsamer Sicherheit, in Frieden und Abrüstung unter Einschluss von Ukraine und Russland münden". Die Demonstranten drückten zugleich ihre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine aus und zeigten Unterstützung für diejenigen, die in Russland "ihre Stimme gegen den Krieg erheben".

"Solidarität ist das Gebot der Stunde, dafür stehen wir als Gewerkschaften", erklärte der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke. Die Dienstleistungsgewerkschaft unterstützt das Bündnis "Stoppt den Krieg". "Das Putin-Regime trägt die Verantwortung für den Krieg, die Gewalt und das unermessliche menschliche Leid. Das ist durch nichts zu rechtfertigen", mahnte Werneke.

DGB-Chef: "Klares Nein zur Aufrüstung"

Das Friedensbündnis sprach sich in seinem Aufruf für ein Europa der Abrüstung und der Verständigung aus forderte Sofortmaßnahmen der Bundesregierung zur nachhaltigen Friedenssicherung sowie ein schnelles und umfangreiches Investitionsprogramm. "Eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben Deutschlands um 100 Milliarden Euro sehen wir sehr kritisch", heißt es in dem gemeinsamen Appell. Auch eine Erhöhung der Rüstungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes lehnen die in dem Bündnis vereinigten Verbände ab. Stattdessen fordern sie schnelle Investitionen in erneuerbare Energien sowie eine Verkehrswende.

DGB-Chef Reiner Hoffmann sagte auf der Kundgebung in Berlin, der "Aggressor Putin" habe jede Menschlichkeit verloren. Er nannte es "ein starkes Zeichen der Friedensbewegung", dass so viele Menschen gegen den Krieg auf die Straße gingen. Er mahnte Solidarität für die Menschen in der Ukraine an. Die Gedanken seien aber auch "bei den mutigen Menschen in Russland, die gegen den Krieg demonstrieren". Nötig ist Hoffmann zufolge ein neues Nachdenken über eine europäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur. Es bleibe aber "bei unserem klaren Nein zur Aufrüstung".

Christoph Bautz vom Kampagnennetzwerk Campact forderte eine Abkehr von Kohle, Öl und Gas. Eine schneller Befreiung der "Abhängigkeit von Despoten" müsse eine grundsätzliche Konsequenz des Krieges von Russland gegen die Ukraine sein.

Quelle: ntv.de, mbu/AFP

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