Politik

Jetzt auch wegen Mord-Beteiligung Zschäpe-Anklage wird erweitert

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Das Handout des BKA zeigt die mutmaßlichen NSU-Mitglieder Böhnhardt und Zschäpe (v.l.) au dem Jahr 2004.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Bundesanwaltschaft will im Herbst Anklage gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe erheben. Dabei soll sie auch wegen Beteiligung an Morden angeklagt werden. Im Haftbefehl vom November 2011 war Zschäpe nur die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und schwere Brandstiftung vorgeworfen worden.

Die Rechtsextremistin Beate Zschäpe soll auch wegen Beteiligung an den Morden der Neonazi-Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) angeklagt werden. Die Bundesanwaltschaft habe die Vorwürfe gegen das NSU-Mitglied ausgeweitet, berichtete die "Süddeutsche Zeitung".

Demnach will die Karlsruher Behörde die 37-Jährige auch wegen der mutmaßlichen Beteiligung an den zehn Morden und 14 Banküberfällen der NSU sowie wegen versuchten Mordes im Zusammenhang mit Brandstiftung anklagen. Dies gehe aus dem am 15. August fertiggestellten Antrag der Bundsanwaltschaft hervor. Zudem solle der Bundesgerichtshof eine Fortsetzung der Untersuchungshaft anordnen. Im Haftbefehl vom November 2011 wurden Zschäpe nur die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und schwere Brandstiftung vorgeworfen.

Die Bundesanwaltschaft hatte am Donnerstag mitgeteilt, noch vor Mitte November Anklage gegen Zschäpe wegen Gründung der rechtsterroristischen NSU erheben zu wollen. Zschäpe ist dringend verdächtig, 1998 zusammen mit Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos die NSU gegründet zu haben. Die NSU soll für Morde an neun Migranten und einer Polizistin verantwortlich sein. Außerdem werden der Gruppe zwei Sprengstoffanschläge in Köln 2001 und 2004 mit insgesamt 23 Verletzten sowie eine Serie von Banküberfällen zur Last gelegt.

Mundlos und Böhnhardt waren Anfang November 2011 nach einem gescheiterten Banküberfall tot in einem Wohnmobil in Eisenach gefunden worden. Zschäpe wird verdächtigt, die Zwickauer Wohnung der Gruppe in Brand gesetzt zu haben, später stellte sich der Polizei. Sie schweigt bisher zu den Vorwürfen.

Quelle: ntv.de, AFP