Dossier

Öl, Holz, Separatisten Angolas Exklave Cabinda

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Die Sicherheitsmaßnahmen in Angola wurden verschärft.

(Foto: AP)

Die angolanische Exklave Cabinda, an deren Grenze Rebellen einen Anschlag auf die Fußballnationalmannschaft Togos verübt haben, ist von Gewalt beherrscht. Der ölreiche Landstreifen am Atlantischen Ozean zwischen der Republik Kongo und der Demokratischen Republik Kongo ist die einzige Provinz Angolas, die seit dem Ende des Bürgerkriegs vor acht Jahren noch nicht befriedet ist.

Während in den anderen Regionen des südwestafrikanischen Staates ein 2002 zwischen Rebellen und Armee ausgehandeltes Waffenstillstandsabkommen gilt, kämpfen in Cabinda mehrere Bewegungen für eine Unabhängigkeit der Exklave.

Von der früheren Kolonialmacht Portugal wurde Cabinda lange Zeit unabhängig vom Rest Angolas verwaltet, im Jahr 1956 unterstellte Portugal beide dann einer gemeinsamen Verwaltung. Nach dem Ende der Kolonialzeit sollte Cabinda eigentlich als eigener Staat in die Selbstständigkeit entlassen werden, Angola annektierte die Provinz aber nach seiner eigenen Unabhängigkeitserklärung 1975.

Trotz Ressourcen arm

Seither kämpfen mehrere Rebellenbewegungen für eine größere Autonomie oder die Unabhängigkeit Cabindas. Die in viele Gruppen zersplitterte "Befreiungsfront der Exklave Cabinda" (FLEC) ist vor allem im Norden und Osten des Landstreifens aktiv, der mit einer Fläche von 7300 Quadratkilometern weniger als halb so groß wie Thüringen ist.

Im Westen der Region, wo sich seit 1968 die Erdölindustrie zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt hat, ist es weitestgehend ruhig. Vor der Küste Cabindas werden täglich eine Million Barrel Öl gefördert, 60 Prozent der gesamten Ölproduktion Angolas. Die zur Hälfte mit Tropenwald bewachsene Exklave ist zudem reich an Edelhölzern. Die rund 250.000 Bewohner leben jedoch bei einer Arbeitslosenquote von 70 Prozent in ärmlichen Verhältnissen.

Quelle: ntv.de, AFP

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