Dossier

Handball-WM Der Weg zum WM-Titel

Zehn Spiele mussten die deutschen Handballer bei der WM im eigenen Land absolvieren, dann hatten sie geschafft, was den Fußballern im Sommer 2006 versagt geblieben war – sie hatten den Titel gewonnen. Die Spiele des DHB-Teams im Überblick.

Vorrunde:

Deutschland - Brasilien 27:22 (12:10)

Mit einem mühevollen Auftaktsieg starteten die DHB-Männer in das Turnier. Gegen den Panamerika-Meister Brasilien offenbarten die Deutschen noch viele Schwächen. Erst in der zweiten Hälfte setzten sich die Gastgeber vorentscheidend auf 16:11 (35.) ab.

Deutschland - Argentinien 32:20 (17:11)

Bis zum 9:8 (20.) hielten die Südamerikaner die Begegnung noch offen. Dann aber legte die deutsche Auswahl bis zur Halbzeit einen Zwischenspurt ein. Die von Oliver Roggisch gut organisierte Deckung und Torhüter Henning Fritz brachten den Deutschen immer wieder Ballgewinne, die zu einfachen Toren führten.

Deutschland - Polen 25:27 (12:14)

Auch das Comeback von Kreisläufer Christian Schwarzer konnte die bislang einzige Turnier-Niederlage nicht verhindern. Deutschland führte in der Schlussphase mit 22:20. In den hektischen letzten zehn Minuten zeigten sich die Polen aber abgeklärter. Mann des Spiels war der polnische Torhüter Slawomir Szmal, der kurz vor dem Ende einen Siebenmeter hielt.

Hauptrunde:

Deutschland - Slowenien 35:29 (17:14)

Die DHB-Auswahl spielte im Vergleich zur Vorrunde wesentlich engagierter. In der Wiederauflage des EM-Finales von 2004 sorgte vor allem Pascal Hens (9 Tore) dafür, dass sich Deutschland bis auf 12:6 (22.) absetzen konnte. Aber auch die deutsche Deckung und die Torhüter Fritz und Bitter zeigten eine deutliche Steigerung.

Deutschland -Tunesien 35:28 (19:11)

Mit Henning Fritz im Rücken bot die DHB-Auswahl eine starke Vorstellung. Neben dem Kieler Torwart ragte Christian Zeitz heraus, der nicht nur selbst sieben Mal erfolgreich war, sondern auch zahlreiche Bälle in der Deckung erkämpfte. Beim 24:14 (40.) war die Vorentscheidung bereits gefallen.

Deutschland - Frankreich 29:26 (14:9)

Mit dem Sieg gegen den Europameister sicherten sich die Deutschen das Viertelfinal-Ticket -und das ohne den verletzten Spielmacher Markus Baur. Der junge Michael Kraus übernahm dessen Position und wurde zu einem der Sieg-Garanten. Ein anderer war Torwart Henning Fritz, der in der Schlussphase zwei Siebenmeter in Serie parierte.

Deutschland - Island 33:28 (17:11)

Nach der 9:4-Führung (15.) nahm Bundestrainer Heiner Brand die Chance wahr, einige Wechsel vorzunehmen. Die deutsche Auswahl behauptete die deutliche Führung dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung und eines starken Johannes Bitter im Tor. In der 45. Minute führte die DHB-Auswahl bereits mit 26:17.

Viertelfinale:

Deutschland - Spanien 27:25 (15:12)

Ohne Markus Baur und Oleg Velyky führten die Deutschen schnell mit 6:3 (12.), doch die Spanier ließen sich vor 19 000 Zuschauern nicht abschütteln. Vor allem der starke spanische Kreisläufer Rolando Urios (8) stellte die deutsche Abwehr immer wieder vor Probleme. Drei Minuten vor dem Ende stand es 23:23. Torsten Jansen sorgte mit seinem Treffer Sekunden vor Spielende für die Entscheidung.

Halbfinale:

Deutschland - Frankreich 32:31 (27:27, 21:21, 11:12)

Mit seinem einzigen Feldtreffer brachte Kapitän Markus Baur den Gastgeber in die erste Verlängerung. In dieser lagen erneut die Franzosen vorn, doch diesmal rettete Holger Glandorf die deutsche Auswahl mit seinem Treffer zum 27:27. 70 Sekunden vor dem Ende verwandelte Baur einen Siebenmeter zur deutschen Führung. Sekunden vor Spielende markierten die Franzosen dann den vermeintlichen Ausgleich. Der Treffer wurde aber nicht gegeben, da die Schiedsrichter zuvor auf Foul entschieden hatten.

Finale:

Deutschland -Polen 29:24 (17:13)

Zum dritten Mal nach 1938 und 1978 ist Deutschland Weltmeister. Im Finale nahm das DHB-Team Revanche gegen die Polen für die Vorrunden-Niederlage. In der ersten Halbzeit lagen die Gastgeber beim 2:3 das einzige Mal hinten. Danach setzte sich die deutsche Mannschaft -angetrieben von 19 000 Zuschauern -kontinuierlich ab. Nach der Pause eine Schrecksekunde für die DHB-Auswahl: Torwart Henning Fritz musste in der 35. Minute mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausscheiden. Die Polen holten auf, doch den Sieg der Deutschen konnten sie nicht mehr verhindern.

Quelle: n-tv.de