Dossier

Eine atomwaffenfreie Welt Die neue Nato-Strategie

Abschreckung, Abrüstung, Annäherung: Die Nato-Staaten haben in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon eine neue Bündnisstrategie für das kommende Jahrzehnt beschlossen. Im Folgenden ein Überblick über zentrale Punkte.

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Auf deutsches Drängen als neues Ziel verankert: Eine sichere Welt ohne Atomwaffen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Neuartige Bedrohungen:

Die Nato reagiert mit der neuen Strategie auf "neuartige Bedrohungen" wie Angriffe von Terroristen, von Hackern aus dem Internet (sogenannte Cyber-Attacken) oder Mittelstreckenraketen.

Kollektive Verteidigung:

Grundprinzip bleibt die "kollektive Verteidigung" nach Artikel fünf des Nordatlantik-Vertrags von 1949. Ein bewaffneter Angriff auf einen oder mehrere Mitgliedstaaten ist danach ein Angriff auf alle. Diesen Bündnisfall hat die Nato nur einmal nach den Terrorangriffen auf die USA vom 11. September 2001 ausgerufen.

Ziel der atomaren Abrüstung:

Auf deutsches Drängen verankerte die Nato erstmals das Ziel der atomaren Abrüstung in ihrer Strategie. Dazu heißt es: "Wir sind entschlossen, eine sicherere Welt für alle anzustreben und die Bedingungen für eine Welt ohne Atomwaffen zu schaffen."

Festhalten am Prinzip der Abschreckung:

Atommächte wie Frankreich und die USA setzten durch, dass das Prinzip der Abschreckung ein zentrales Element der Strategie bleibt: "Solange Atomwaffen existieren, wird Nato eine nukleare Allianz bleiben", heißt es in dem Text.

Neue Raketenabwehr:

Ein neuer Nato-Raketenschirm soll weite Teile Europas schützen. Dazu heißt es: "Wir entwickeln unsere Fähigkeit, unsere Bevölkerung und unser Territorium gegen einen Angriff mit ballistischen Raketen zu schützen." Der Iran wird auf Druck der Türkei nicht ausdrücklich als Bedrohung genannt.

Annäherung an Russland:

Die Allianz betont, die Nato stelle "keinerlei Bedrohung für Russland dar". Dies hatte Moskau angesichts der Osterweiterung des Bündnisses so empfunden. Kooperieren will das Bündnis beim Raketenschirm: "Wir suchen aktiv eine Zusammenarbeit mit Russland und anderen euro-atlantischen Partnern im Bereich der Raketenabwehr", heißt es in dem Text.

Krisenbewältigung:

Bei internationalen Krisen will die Allianz auch künftig eine Rolle spielen, allerdings will sie die Lehren aus dem blutigen Einsatz in Afghanistan ziehen. "Die Nato wird sich engagieren, wenn es möglich und nötig ist, um eine Krise zu verhindern oder zu bewältigen", heißt es in dem Text, ohne den bisher größten Nato-Einsatz ausdrücklich zu nennen.

Quelle: n-tv.de, AFP