Dossier

Föderale islamische Republik Komoren

Die Inselgruppe der Komoren liegt zwischen dem ostafrikanischen Festland und Madagaskar im Indischen Ozean. Sie ist einer der kleinsten Staaten der Welt. Zu der föderalen islamischen Republik gehören die drei Hauptinseln Grande Comore (komorisch Njazidja), Anjouan (Nzwani) und Mohli (Mwali) sowie mehrere Eilande. Die Union der Komoren ist arm und politisch instabil. Seit der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1975 wurde mindestens 20 Mal geputscht. Staatspräsident und Regierungschef des Landes mit der Hauptstadt Moroni ist seit 2006 Ahmed Abdallah Sambi.

Im Sommer 1997 erklärten sich Anjouan und Mohli für unabhängig. Sie forderten den Wiederanschluss an die frühere Kolonialmacht Frankreich, was Paris ablehnte. Ende 2001 sprachen sich die Bewohner für die nationale Einheit aus. Seitdem gesteht eine neue Verfassung den drei Inseln stärkere Autonomie zu. Die vierte Insel des Archipels, Mayotte, hatte Mitte der 1970er Jahre gegen die Unabhängigkeit gestimmt und blieb französisch.

Mit einer Fläche von knapp 1.900 Quadratkilometern ist der tropische Inselstaat etwa halb so groß wie die spanische Ferieninsel Mallorca. Die meisten der rund 650.000 Komorer stammen von Einwanderern aus afrikanischen und arabischen Ländern sowie aus Indien und Indonesien ab. Ihren kargen Lebensunterhalt erwirtschaften sie vor allem in der Landwirtschaft. Neben komorisch sprechen sie französisch und arabisch. Staatsreligion ist der Islam.

Die vulkanischen Inseln haben kaum Bodenschätze. Zu den Hauptausfuhrprodukten zählen Vanille, Gewürznelken und ein zur Parfümherstellung aus dem Ylang-Ylang-Strauch gewonnenes Öl. Der einst üppige Regenwald auf den "Inseln der Düfte" wurde durch Brandrodung und Raubbau an Edelhölzern zerstört. Dennoch gelten die Komoren als potenzielles Urlaubsparadies. Vor allem bei Tauchern und Badeurlaubern sind die Inseln beliebt.

Quelle: ntv.de

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